Berthold-Zimmermann-Platz eingeweiht
Nun ist es offiziell: Der Schlossplatz in Gochsheim heißt jetzt „Berthold-Zimmermann-Platz“. Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats enthüllten Altbürgermeister und Ehrenbürger Berthold Zimmermann und Bürgermeister Tobias Borho das gut sichtbare Schild. Neben Familie und Freunden sind Mitglieder des Gemeinderates und ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung aus diesem Anlass nach Gochsheim gekommen.
„Wir ehren heute den ersten Bürgermeister unserer Stadt, Ehrenbürger, Wegbereiter und Mitgestalter unserer kommunalen Identität durch die feierliche Benennung des Schlossplatzes in Berthold-Zimmermann-Platz“, sagte Bürgermeister Tobias Borho beim Festakt im Bürgerhaus. Borho erinnerte auch daran, dass Zimmermann das Badische Bäckereimuseum nach Gochsheim geholt hat, heute ebenfalls ein Anziehungspunkt für die Besucher. Dabei sei Berthold Zimmermann ebenso tatkräftig vorgegangen wie bei der Gestaltung der jungen Stadt Kraichtal. „Unter Ihrer Führung wurde das historische Erbe des Graf-Eberstein-Schlosses nicht nur bewahrt, sondern mit neuem Leben erfüllt“, so Borho. Für die Bildergalerie im heimischen Wohnzimmer überreichte er ein Foto des neuen Berthold-Zimmermann-Platzes.
„Diese Ehrung war überfällig“, sagte Karl-Heinz Glaser als Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins Kraichtal und ehemaliger Mitarbeiter, damals zuständig für das Museum im Graf-Eberstein-Schloss. Schon in den 1970er Jahren gab es Tage der offenen Tür und Zimmermann verfolgte zielstrebig die Einrichtung eines städtischen Museums. „Berthold Zimmermann hat in vielerlei Hinsicht die Grundlagen für das heute so gut dastehende Museum gelegt“, so Glaser. Die Leidenschaft für die Geschichtsforschung lässt Berthold Zimmermann auch im Alter von 90 Jahren nicht los. So hat er jüngst die Grafen von Eberstein in Pommern erforscht, zu deren frühen Geschichte Karl-Heinz Glaser ein seltenes Buch überreichte.
Sichtlich bewegt dankte Berthold Zimmermann Bürgermeister Tobias Borho und dem Gemeinderat für die Ehrung. „Es ist ungewöhnlich, dass eine Straße oder ein Platz noch zu Lebzeiten nach einer Person benannt wird. Das ist eine besondere Auszeichnung, über die ich mich sehr freue“, so Zimmermann. Er stellte aber nicht sich, sondern die Geschichte der Grafen von Eberstein in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Das Angebot, dazu einen Vortrag zu halten, haben die Stadt und der Heimat- und Museumsverein gerne angenommen. Der abschließende Dank Zimmermanns galt seiner Frau Erika für die große Unterstützung und den Kindern Karin und Frank für ihr Verständnis, „dass ich immer viel zu wenig Zeit für euch hatte“. Umrahmt wurde der Festakt durch Klarinettistinnen der Musik- und Kunstschule Kraichtal und überraschend durch die ehemalige Nachbarin Renate Mechler am Akkordeon. (khg)








