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Veranstaltungen & Aktuelles

Fairtrade-Stadt Kraichtal

icon.crdate19.11.2025

Berichte aus der Fairtrade-Town und Wissenswertes über den Fairen Handel

Partner unterstützen Partner und auch Sie

Bildungs- und Verleihangebote

Kraichtal hilft e. V. I Verleih-/ Bildungsangebot "Ökologischer Fußabdruck" I Teste deinen ökologischen Fußabdruck I Pacours mit 38 Fußspuren, selbsterklärend, Lösungen werden impliziert. 

Infos unter: nachhaltigkeit@kraichtal-hilft.de

Kraichtal hilft e. V. I Verleih-/ Bildungsangebot zur Demokratiebildung "Würde unantastbar" I Materialien zum Erstellen von Würdetafeln - Brennstempel, Stempel, Schablone.Infos unter: nachhaltigkeit@kraichtal-hilft.de

depot 25 I "Kleidung im Recall – Zweite Chance statt Tonne“ - ein Format, welches bereits Kindern und Jugendlichen einen Weg aufzeigt nachhaltig und fair zu handeln.Infos unter: nachhaltigkeit@kraichtal-hilft.de

Mönchswaldschule Kraichtal I Die Partnerschule der Fairtrade-Stadt Kraichtal hat die Unterrichtseinheit "Der lange Weg eines T-Shirts von Burkina Faso über Bangladesch und die Türkei bis nach Kraichtal" konzipiert. Die Mönchswaldschule bietet an das Konzept zu verleihen und zu erläutern. 

Infos unter: moenchswaldschule@t-online.de

Weltladen Kraichtal I "Alles Banane" und "Süß aber fair"- Unterrichtsmaterial in Form eines Medienkoffers zum Thema fair gehandelte Bananen und Schokolade. Präsentation im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung an Kraichtaler Schulen durch das Weltladen-Team. Infos unter: weltladen-kraichtal@gmx.de

Weltladen Kraichtal I „Du und ich - wir FAIRändern die Welt“ - Besuch des Lernortes Weltladen in Kraichtal-Menzingen. Erfahre mehr über das Konzept der Weltläden und was es mit den Produkten auf sich hat. Infos unter: weltladen-kraichtal@gmx.de

Fairtrade-Town-Kraichtal I Fairtrade und die SDGs -  Wie unterstützt das Fairtradesystem die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 - (interaktive) Bildungsveranstaltung.Infos und Kontakt unter: https://www.fairtrade-towns.de/fairtrade-towns/stadt/kraichtal

Fairtrade-Town-Kraichtal I Die textile Lieferkette (für Jugendliche) - Bewusstsein für die globale textile Lieferkette schaffen, Verantwortung für Mensch und Umwelt reflektieren und Handlungsmöglichkeiten kennenlernen. 

Infos und Kontakt

EU‑Lieferkettengesetz deutlich abgeschwächt

Ein Gesetz, das eigentlich Menschenrechte, Umwelt und Klima in globalen Lieferketten besser schützen sollte, wurde stark abgeschwächt – noch bevor es in einem einzigen EU‑Land umgesetzt wurde. 

Die EU‑Kommission hatte bereits Anfang 2025 ein Verfahren gestartet, um Nachhaltigkeitsregeln zu „vereinfachen“. Unter diesem Vorwand wurden zentrale Vorgaben des Lieferkettengesetzes zurückgenommen. 

Vor der Plenarabstimmung im November forderte die Fair-Trade-Bewegung die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, die erheblichen Mängel des aktuellen CSDDD-Textes zu korrigieren. 

Die Trilogverhandlungen zwischen EU-Kommission, -Rat und -Parlament wurden am 9.12. abgeschlossen. Somit steht nun fest, was vom ursprünglichen EU-Lieferkettengesetz übrigbleibt. 

Die wichtigsten Abschwächungen:

Weniger Unternehmen betroffen: Nur Firmen mit über 5.000 Beschäftigten und 1,5 Mrd. Euro Umsatz müssen das Gesetz beachten. Ursprünglich sollten deutlich mehr Unternehmen einbezogen werden.

Klimapläne gestrichen: Unternehmen müssen nicht mehr darlegen, wie sie ihre Aktivitäten am 1,5‑Grad‑Ziel ausrichten.

Haftung verwässert: Eine einheitliche EU‑Regelung zur Haftung entfällt. Betroffene haben es dadurch schwerer, ihre Rechte einzufordern.

Der sogenannte risikobasierte Ansatz bleibt bestehen. Unternehmen müssen sich weiterhin zuerst um die größten Risiken für Menschenrechts‑ und Umweltverstöße in ihren Lieferketten kümmern. Eine Beschränkung auf direkte Lieferanten – wie von Gegnern gefordert – konnte verhindert werden.

Entscheidend wird die Umsetzung in deutsches Recht – hier entscheidet sich die tatsächliche Wirksamkeit des Gesetzes. Jede Feinheit zählt, ebenso eine wachsame Zivilgesellschaft.

(Vgl. https://lieferkettengesetz.de/, https://www.forum-fairer-handel.de/, https://fairtrade-advocacy.org/)

10. Dezember – Tag der Menschenrechte: Fairtrade stärkt Menschenrechte und Sorgfaltspflicht in Lieferketten

Der Faire Handel stützt sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948. Sein Ziel ist es, dass Menschen am Anfang der Lieferketten – also Bäuerinnen, Bauern und Arbeiter und Arbeiterinnen – unter würdigen Bedingungen leben und arbeiten können. Arbeitsschwerpunkte von Fairtrade sind dabei faire Einkommen und Löhne, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, die Gleichstellung von Frauen und Männern, der Schutz vor Diskriminierung, die Freiheit zur gewerkschaftlichen Organisation sowie der Schutz der Umwelt. Damit wird deutlich: Wirtschaft und Menschenrechte gehören zusammen. Verbraucherinnen können durch den Kauf fair gehandelter Produkte dazu beitragen, dass diese Rechte weltweit gestärkt werden.

Eleanor Roosevelt, die erste Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission und Mitverfasserin der Erklärung, betonte, dass Menschenrechte im Alltag beginnen – zuhause, in der Schule, in der Fabrik und auf dem Feld. „Solange diese Rechte hier keine Geltung haben, sind sie auch anderswo nicht von Bedeutung,“ sagte sie.

2011 wurden die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte veröffentlicht (United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights, UNGPs). Sie zeigen, welche Rolle Unternehmen spielen und welche Verantwortung sie tragen. Fairtrade hat sich im Juni 2020 verpflichtet, alle eigenen Richtlinien und Prozesse an diesen Prinzipien auszurichten. 

Damit wurde der Grundstein für den Fairtrade-HREDD-Prozess gelegt, der sicherstellen soll, dass Menschenrechte und Umweltschutz in allen Bereichen der Lieferketten berücksichtigt werden – denn HREDD steht für Human Rights and Environmental Due Diligence, also die Pflicht von Unternehmen, ihre Geschäftstätigkeiten und Lieferketten so zu überprüfen, dass Menschenrechte und Umweltstandards eingehalten werden.

(Vgl. Fairtrade Deutschland)

Eine Auszeichnung, die es so in Deutschland noch nicht gegeben hat – Signal auch für Kraichtal

Seit dem 7. November 2025 trägt das Saarland als erstes Bundesland in Deutschland den Titel Fairtrade-Bundesland. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot nahmen die Auszeichnung feierlich entgegen. Damit setzt das Land ein starkes Zeichen für Entwicklungszusammenarbeit und globale Verantwortung.

Schon zuvor hatte das Saarland Pionierarbeit geleistet: Saarbrücken war 2009 die erste Fairtrade-Town Deutschlands, 2014 folgte die Universität des Saarlandes als erste Fairtrade-University. Mit dem neuen Titel baut das Land seine Vorreiterrolle konsequent weiter aus. Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland, betont die Vorreiterrolle des Bundeslandes: „In politisch stürmischen Zeiten, in denen Entwicklungszusammenarbeit sukzessive abgebaut wird, zeigt das Saarland, dass nachhaltiger Konsum und globale Gerechtigkeit keine Grenzen kennen – ein Beispiel, dem andere Länder folgen sollten.“

Die Auszeichnung ist das Ergebnis von rund zehn Jahren intensiver Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Landesregierung. „Niemand kann alles tun, aber gemeinsam verändern wir die Welt“, sagt Vivian Pollner, Schülerin aus Marpingen und Sprecherin der Steuerungsgruppe faires Saarland. Ein sichtbares Beispiel ist die Partnerschaft mit einer Cashew-Kooperative in Benin, deren Produkte auch in saarländischen Weltläden angeboten werden.

Für Kraichtal als Fairtrade-Town ist diese Entwicklung besonders ermutigend. Sie zeigt, dass Engagement auf kommunaler Ebene Teil einer größeren Bewegung ist, die bis hin zur Landespolitik reicht. Der Erfolg des Saarlandes macht deutlich: Jede Fairtrade-Town – ob groß oder klein – trägt dazu bei, dass fairer Handel und globale Verantwortung in Deutschland weiterwachsen.

(Vgl. Fairtrade Deutschland)

92 Bewerbungen, 13 Gewinner: Fairer Handel im kommunalen Rampenlicht

Langeoog, Ludwigsburg und Lübeck sind die „Hauptstädte des Fairen Handels 2025“ – ausgezeichnet für ihr vorbildliches Engagement in fairer Beschaffung und globaler Verantwortung.

Am 29. Oktober 2025 wurden im Alten Rathaus München insgesamt 13 Kommunen im Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ prämiert. Aus über 92 Bewerbungen aus 13 Bundesländern setzten sich die Gewinnerkommunen in drei Größenkategorien sowie vier Sonderpreisen durch.

Die Erstplatzierten:

Langeoog (kleine Kommune): Verbindet strukturelle Maßnahmen wie eine Dienstanweisung zur nachhaltigen Beschaffung mit kreativen Aktionen wie einem Fairtrade-Inselführer, fairen Strandkörben und eigener Schokolade.

Ludwigsburg (mittlere Kommune): Vorreiter in fairer IT-Beschaffung, Mitglied bei Electronics Watch, mit klaren Standards und internationaler Klimapartnerschaft mit Kongoussi (Burkina Faso).

Lübeck (große Kommune): Engagiert sich stadtweit für faire Lieferketten, mit Stadtplan zu fairen Angeboten, Fortbildungen und der Initiative „Hauptstadt des Fairen Marzipans“.

Weitere Preisträger:

Ebern, Fehmarn, Aschaffenburg, Freiberg, Rhein-Kreis Neuss, Essen

Sonderpreise: Neumarkt i.d. Oberpfalz, Dortmund, Eibenstock (Newcomer), Eltmann (Publikumspreis)

Seit 2003 zeichnet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Städte, Gemeinden und Landkreise für ihr Engagement rund um die Themen „Fairer Handel und Faire Beschaffung“ aus und macht damit gutes kommunales Handeln für den global-gerechten Handel für eine breite Öffentlichkeit sichtbar.

Alle ausgezeichneten Kommunen erhalten Preisgelder zur Stärkung ihres Engagements. Der Wettbewerb wird seit 2003 von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des BMZ durchgeführt und fördert den fairen Handel auf kommunaler Ebene.

(Vgl. skew.engagement-global.de/im-fokus-detail/preisverleihung-hauptstadt-des-fairen-handels-2025.html)

Die Fairtrade Risk Map – Teil 2: Die zentralen Risiken

Die Fairtrade Risk Map zeigt zentrale menschenrechtliche und ökologische Risiken in globalen Lieferketten. Sind diese bekannt, können Akteure sie gezielt verhindern, mindern oder beheben.

Kinderrechte Weltweit arbeiten rund 160 Mio. Kinder – 70 % davon in der Landwirtschaft – oft unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen oder ohne Zugang zu Bildung.

Geschlechtergerechtigkeit Frauen produzieren bis zu 80 % der globalen Nahrungsmittel, doch ihre Arbeit bleibt oft unsichtbar. Sie haben schlechteren Zugang zu Land, Kapital und Mitbestimmung und sind häufiger Diskriminierung und sexueller Gewalt ausgesetzt.

Nichtdiskriminierung Diskriminierung betrifft viele – etwa wegen Herkunft, Geschlecht oder anderen Merkmalen. Folgen sind geringere Löhne, Benachteiligung oder Schikanen.

Zwangsarbeit Etwa 27,6 Mio. Menschen arbeiten unfreiwillig – unter Schuldknechtschaft, Einschüchterung oder Gewaltandrohung. Kein Sektor ist frei von diesem Risiko.

Arbeitsrechte und -bedingungen Jobs in Landwirtschaft und Bergbau sind oft prekär, gefährlich und schlecht bezahlt. Gewerkschaften und Tarifverhandlungen werden häufig behindert.

Existenzsicherndes Einkommen 432 Mio. Kleinbetriebe erzeugen fast die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittel. Ihr Einkommen reicht oft nicht für Ernährung, Wohnen oder Bildung.

Existenzsichernde Löhne Ein würdiges Leben erfordert Löhne, die Grundbedürfnisse decken. In vielen Ländern sind Einkommen unzureichend.

Klimawandel & Entwaldung Laut FAO verursachen Agrar- und Ernährungssysteme 31 % der menschengemachten Treibhausgase – durch Rodung, Düngemittel, Verarbeitung, Transport und Handel.

Wasser & Biodiversität Rund 70 % des nutzbaren Süßwassers fließt in die Landwirtschaft. Agrochemikalien und Abholzung gefährden Biodiversität, Lebensräume und den Wasserkreislauf.

Diese Risiken sind oft miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig.Vgl. Fairtrade Risk MapTeil 3: Risikobewertung Deutschland in KW 41Teil 1 unter Aktuelles:kraichtal.de

Die Fairtrade Risk Map - Teil 1 Ein Werkzeug für gerechte Lieferketten

Die Fairtrade-Risikokarte ist ein innovatives Instrument, das die wichtigsten menschenrechtlichen und ökologischen Risiken in globalen Lieferketten sichtbar macht. 

Sie wurde entwickelt, um Unternehmen, Bauernkooperativen und Nachhaltigkeitsinitiativen bei der Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten zu unterstützen. 

Sie zeigt, in welchen Regionen und Sektoren besonders große menschenrechtliche und ökologische Risiken bestehen – und wird regelmäßig aktualisiert, um neue Erkenntnisse und Entwicklungen zu berücksichtigen. 

Globale Lieferketten sind geprägt von tiefgreifenden sozialen und ökologischen Risiken. Weltweit arbeiten Kinder unter gefährlichen Bedingungen, die ihre körperliche Unversehrtheit und ihre Bildungschancen gefährden. Millionen von Arbeiter:innen ist ein Leben in Würde verwehrt – trotz harter Arbeit und zentraler Rolle bei der Produktion.

Die Landwirtschaft belastet natürliche Ressourcen erheblich, insbesondere durch unverhältnismäßigen Wasserverbrauch und umweltschädliche Anbaupraktiken.

Die Risikobewertung muss sich auf alle Menschenrechte erstrecken, da die verschiedenen Risiken eng miteinander verknüpft sind. So ist Armut oft eine der Hauptursachen für Kinderarbeit. 

Unternehmen müssen ihre eigenen Geschäftsmodelle, Einkaufspraktiken und Preisgestaltung kritisch hinterfragen und analysieren, da diese oft zu den Problemen, wie Armut und Kinderarbeit, am Anfang der Lieferkette beitragen.

Eine glaubwürdige Risikoanalyse basiert nicht nur auf Statistiken, sondern auch auf dem Dialog mit betroffenen Gruppen.

Fairtrade verzichtet in der Risk Map bewusst auf eine Einteilung in „rote“, „gelbe“ oder „grüne“ Länder. Denn Risiken variieren stark innerhalb eines Landes und hängen von den Maßnahmen einzelner Akteure ab. Ein Ampelsystem könnte verantwortungsvolle Unternehmen in vermeintlich „roten“ Ländern benachteiligen und zu pauschaler Ablehnung führen.

(Vgl. https://riskmap.fairtrade.net/about)

Fairtrade Risk Map Teil 2 Die zentralen Risiken, Die Fairtrade Risk Map Teil 3 Risikobewertung Deutschland in KW 40 und 41

Glücksrad-Aktion auf dem Regionalmarkt in Menzingen

Das depot 25, die Kleiderspendenbörse des Vereins Kraichtal hilft e. V., lud auf dem Regionalmarkt zum Mitdrehen ein – und jeder Dreh war ein Gewinn! Zu gewinnen gab es liebevoll ausgewählte Secondhand-Schätze aus der Kraichtaler Spendenbörse – nachhaltig und sinnvoll.

Das Glücksrad steht im Rahmen der Fairen Woche symbolisch für die enge Partnerschaft  und das gemeinsame Engagement für mehr Gerechtigkeit, Ressourcenschutz und soziale Verantwortung in unserer Kommune.

Beide Aktionen machten deutlich: Fair gewinnt und Nachhaltigkeit beginnt bei uns - im Kleinen – mit der Wiederverwendung von Kleidung, mit bewusstem Konsum und mit einem offenen Blick für globale Zusammenhänge. 

Faire Woche 2025 – Kraichtal zeigt Flagge für Fairness und Vielfalt!

Vielfalt spielt im Fairen Handel eine große Rolle. Deshalb ist sie Thema der Fairen Wochen 2025 und 2026. Über 500 Handelspartner in mehr als 70 Ländern stehen für einzigartige Produkte mit Geschichte. Dahinter stehen zehntausende Menschen, die sich – oft ehrenamtlich – für den Fairen Handel engagieren. Ohne dieses vielfältige Engagement wäre er nicht denkbar.

Auch Kraichtal beteiligte sich wieder aktiv an der bundesweiten Fairen Woche – der größten Aktionswoche zum Fairen Handel in Deutschland.  

Im Rahmen der Fairen Woche unter dem Motto „#fairhandeln – Vielfalt erleben!“ fanden am vergangenen Wochenende in Kraichtal gleich zwei Aktionen statt, die zum Mitmachen und Nachdenken einluden:

Infostand am REWE-Markt in Münzesheim

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal war mit einem Infostand am REWE-Markt in Münzesheim präsent. Einige REWE-Markt Kundinnen und Kunden nutzten die Gelegenheit, sich über die Fairtrade-Town Kraichtal und den Fairen Handel zu informieren. 

Am Stand gab es anschauliches Material auch für Einsteiger und Einsteigerinnen. Ein Rezeptheft mit Speisen, die allesamt mit Fairtrade-Produkten zubereitet werden können, die Hintergrundbroschüre zur Fairen Woche 2025: Fair Handeln – Vielfalt erleben und vieles mehr. 

Faire Woche 2025 – Die Fairtrade-Town Kraichtal macht mit!

Bald startet die Faire Woche 2025 – und die Fairtrade-Stadt Kraichtal ist dabei!

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Town Kraichtal lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich am Infostand am REWE-Markt in Münzesheim über Fairen Handel zu informieren. Dort erfahren Sie, wie sich Kraichtal als Fairtrade-Stadt engagiert, was hinter dem Fairtrade-Siegel steckt und wie jede*r Einzelne durch bewusstes Einkaufen einen Beitrag leisten kann. Infomaterialien auch zum Motto der Fairen Woche „#fairhandeln - Vielfalt erleben!" liegen am Stand bereit.

Ort: REWE-Markt Münzesheim - Datum: 19.09.2025 - Uhrzeit: 11 Uhr bis 17 Uhr

Vielfalt macht unser Leben bunt, abwechslungsreich und interessant. Aber Vielfalt macht unser Überleben auch erst möglich. Ob es die biologische Vielfalt ist, die Vielfalt einer Gesellschaft oder ein breites Netzwerk von Akteuren - all das ermöglicht es uns, in verschiedenen Lebensräumen zu leben, zu wirtschaften und Herausforderungen zu meistern.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und den gemeinsamen Austausch – für mehr Gerechtigkeit im globalen Handel!

Faire Woche 2025 – Die Fairtrade-Town Kraichtal macht mit!

Bald startet die Faire Woche 2025 – und die Fairtrade-Stadt Kraichtal ist dabei!

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Town Kraichtal lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, sich am Infostand am REWE-Markt in Münzesheim über Fairen Handel zu informieren. Dort erfahren Sie, wie sich Kraichtal als Fairtrade-Stadt engagiert, was hinter dem Fairtrade-Siegel steckt und wie jede*r Einzelne durch bewusstes Einkaufen einen Beitrag leisten kann. Infomaterialien auch zum Motto der Fairen Woche „#fairhandeln - Vielfalt erleben!" liegen am Stand bereit

Ort: REWE-Markt Münzesheim
Datum: 19.09.2025
Uhrzeit: 11 Uhr bis 17 Uhr

Vielfalt macht unser Leben bunt, abwechslungsreich und interessant. Aber Vielfalt macht unser Überleben auch erst möglich. Ob es die biologische Vielfalt ist, die Vielfalt einer Gesellschaft oder ein breites Netzwerk von Akteuren - all das ermöglicht es uns, in verschiedenen Lebensräumen zu leben, zu wirtschaften und Herausforderungen zu meistern.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und den gemeinsamen Austausch – für mehr Gerechtigkeit im globalen Handel!

Blumen und Pflanzen mit dem Fairtrade-Siegel

Der Großteil der Schnittblumen und Pflanzen, die hier verkauft werden, wächst in Ländern des globalen Südens. Fairtrade stärkt die Position der Beschäftigten auf den Farmen. Blumen gelten in Deutschland als allseits beliebtes Geschenk für verschiedenste Anlässe. Die europäische Blumenproduktion allein kann jedoch die heimische Nachfrage nicht befriedigen: Etwa 92 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittrosen werden importiert. Ein Großteil davon aus Ländern des globalen Südens.  

Neben Schnittblumen und fertig kultivierten Pflanzen können auch Jungpflanzen oder unbewurzelte Stecklinge Fairtrade-zertifiziert werden. Fairtrade hat dafür den Standard für Blumen und Pflanzen um die Kategorie Jungpflanzen erweitert. Durch diese Änderung profitieren tausende Arbeiter:innen auf Stecklingsfarmen und Blumenfans in Deutschland: Sie können auch Weihnachtssterne, Geranien und Beet- und Balkonpflanzen wie Dahlien, Astern, Kapkörbchen oder Buntnesseln mit dem Fairtrade-Siegel kaufen.

Trotz der weiten Transportwege haben etwa Rosen aus Kenia einen geringeren CO2-Fußabdruck als Schnittrosen aus den Niederlanden, da in Ostafrika auf die Beheizung der Gewächshäuser verzichtet werden kann.

Die Blumen- und Pflanzenindustrie spielt dort daher eine immer bedeutendere Rolle, allein in Kenia sind mehr als 150.000 Arbeitskräfte in diesem Bereich tätig. Doch sind die dortigen Arbeitsbedingungen oft von niedrigen Löhnen, mangelndem Arbeitsschutz und hohem Einsatz von zum Teil hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln bestimmt. Dagegen können sich die Beschäftigten oft nicht zur Wehr setzen, da sie ihre Rechte nicht kennen.

Etwa die Hälfte der Beschäftigten auf Blumen- und Pflanzenfarmen sind Frauen – meist tätig als Pflückerinnen oder in Verpackungshallen. Viele kämpfen mit traditionellen Rollenbildern, niedriger Bildung und der Herausforderung, Beruf und Familie zu vereinen. Fairtrade setzt hier gezielt an: Durch verbindliche Standards wie feste Arbeitsverträge, Mindestlöhne, Mutterschutz und Gewerkschaftsfreiheit werden Frauen und ihre Familien nachhaltig unterstützt und gestärkt.

(Vgl. fitfortrade Markentrainer Fairer Handel, Fairtrade Deutschland)

Fairtrade-Towns International

Die internationale Bewegung der Fairtrade-Towns ist weltweit auf Wachstumskurs. Laut dem aktuellen Bericht der Fairtrade-Towns Campaign (FTTC) engagieren sich weltweit über 2.000 Städte und Gemeinden für Fairen Handel und nachhaltigen Konsum. Hinzu kommen tausende Schulen, Universitäten und Glaubensgemeinschaften, die sich aktiv für ethische Handelspraktiken einsetzen.

Zahlen & Fakten 2024:

  • 2.029 Fairtrade-Towns weltweit
  • 268 Fairtrade-Universities und Campus-Initiativen
  • 1.861 Fairtrade-Schools
  • 646 Fairtrade-Glaubensgemeinschaften
  • Insgesamt 4.804 lokale Fairtrade-Initiativen

Europa:
Österreich
: Wien wurde nach zehn Kampagnen-Jahren zur Fairtrade-Town.
Belgien (Flandern): Start eines Jugendbotschafterprogramms für junge Aktivist:innen.
Frankreich: Umstellung auf ein Netzwerkmodell mit Charta und Jahresbeitrag.
Deutschland: Stuttgart und Rhein-Neckar als Fairtrade-Regionen anerkannt; Saarland strebt Bundesland-Status an.
Italien: Kampagne erfolgreich neu gestartet; Bologna, Cesena, Rimini und Vignola zertifiziert.
Spanien: Staatliche Förderung 2024–2025 zur Stärkung von Jugendinitiativen.

Afrika:
Kamerun: Nationale Fairtrade Woche zur Stärkung lokaler Organisationen.
Südafrika: Gastgeber der ersten internationalen Fairtrade-Towns Konferenz in Afrika.

Nordamerika:
Kanada
: Nationale Konferenz mit über 160 Teilnehmenden; neues Hochschulprogramm gestartet.
USA: Zertifizierung der 50. Fairtrade-School gefeiert.

Asien:
Japan: Sechs Online-Seminare mit 300 Teilnehmenden zu Standards und Best Practices.
Südkorea: Trotz politischer Hürden wächst das Engagement in Bildung und Wirtschaft.

Herausforderungen bleiben:
Politische Instabilität, rückläufige Zahlen in einigen Ländern und unsichere Finanzierung stellen die Bewegung vor Aufgaben. Dennoch zeigt der Bericht: Die Fairtrade-Towns-Initiative ist eine starke, globale Gemeinschaft, die durch lokale Aktionen echten Wandel bewirkt.

(Vgl. Fairtradetowns Autor: Tadeusz Makulski, Internationales FTTC-Steuerungskomitee)

Wandel beim Verkauf von fairen und nachhaltigen Produkten im Globalen Süden

Fairtrade-Produzierende übernehmen eine Vorreiterrolle, um nachhaltige Produkte auf ihren eigenen lokalen Märkten einzuführen. Immer mehr Fairtrade-Produkte sind dort in den Supermarktregalen zu finden.

Wachsende Nachfrage und neue Zielgruppen

In Ländern wie Indien, Kenia oder Brasilien steigt die Nachfrage nach verantwortungsvoll hergestellten Produkten. Eine neue, nachhaltigkeitsbewusste Mittelschicht treibt den Wandel. Produzierende reagieren darauf mit innovativen Geschäftsmodellen und nutzen das lokale Interesse effektiv.

Vom Rohprodukt zur Marke

Kooperativen investieren zunehmend in Verarbeitung und Vermarktung, um selbst Produkte herzustellen und unter eigenem Namen zu verkaufen. Diese lokale Wertschöpfung steigert Einkommen und Selbstständigkeit.

Unterstützung durch Fairtrade-Netzwerke

Die drei Produzentennetzwerke in Asien, Afrika und Lateinamerika unterstützen gezielt. Sie bieten Trainings zu Unternehmensführung, Produktentwicklung und Marktstrategien und fördern den Aufbau von politischen Beziehungen zugunsten nachhaltiger Agrarpolitik.

Sensibilisierung und Sichtbarkeit

Die aufstrebenden Märkte benötigen gezielte Informationskampagnen, um Bewusstsein für Fairtrade zu schaffen. Schulungen, Kooperationen mit lokalen Unternehmen und öffentlichkeitswirksame Aktionen erhöhen die Sichtbarkeit.

Konsumierende als Schlüssel zur Veränderung

Eine Umfrage von Bain & Company zeigt: Konsumierende im Globalen Süden haben ein größeres Bewusstsein für Fragen der Nachhaltigkeit entwickelt - oft sogar ein größeres oder besorgteres als die Menschen im Globalen Norden. Die Bekanntheit und Verfügbarkeit fairer Produkte sind, laut einer Umfrage von Fairtrade Africa, jedoch geringer.

Ausblick

Das Wachstumspotenzial für nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum in den Ländern Asiens Afrikas und Lateinamerikas ist vielversprechend - Fairtrade-Produzierende stehen für diesen Wandel.

(Vgl. Fairtrade.net, „Cultivating opportunities for fair and sustainable products close to home“)

BMZ-Haushalt 2025: NGOs warnen vor Folgen für Fairen Handel

Laut Haushaltsentwurf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sollen die Mittel um rund eine Milliarde Euro sinken. Auch die humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amts soll um über 50 % gekürzt werden.

VENRO, der Dachverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen, warnt vor einem „gefährlichen Rückschritt“: Über 300 Millionen Bedürftige und 100 Millionen Geflüchtete könnten künftig unterversorgt bleiben.

Betroffen sind auch Programme, die über Engagement Global koordiniert werden und den Fairen Handel stärken – darunter das Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) und die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW). Das FEB fördert Bildungsprojekte, die Menschen für globale Gerechtigkeit und Fairen Handel sensibilisieren. Die SKEW unterstützt Kommunen bei fairer Beschaffung, vernetzt sie und stärkt lokale Initiativen durch Beratung. Zusammen tragen beide Programme dazu bei, Fairen Handel in Bildung und Politik zu verankern. Auch die Faire Woche wird bisher vom BMZ gefördert sowie Gemeinschaftsprojekte mit Fairtrade im Globalen Süden.

Wenn Kommunen und Bildungsträger ihre Projekte zurückfahren müssen, verliert der Faire Handel eine seiner wichtigsten gesellschaftlichen Triebfedern“, ergänzt eine Sprecherin von Engagement Global. Bildungseinrichtungen, Weltläden, Fairtrade-Town-Initiativen und kommunale Partnerschaften – zentrale Säulen der entwicklungspolitischen Arbeit – sind betroffen, aber auch Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Lieferketten und globaler Lernprozesse.

Fairtrade Deutschland kritisiert: „Viele Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit stehen auf dem Spiel. Deutschland sollte ein Vorreiter für globale Gerechtigkeit sein – nicht ein Bremser.“

Mit einem symbolischen Protest – darunter ein 12 Meter langer Rotstift vor dem Bundeskanzleramt – forderten über 30 Organisationen eine Kurskorrektur der Haushaltspolitik und ein klares Bekenntnis zur Förderung des Fairen Handels und nachhaltiger Entwicklung.

Fairer Handel braucht politische Rückendeckung.

https://www.bmz.de, https://www.fairtrade.net, https://venro.org, https://skew.engagement-global.de, https://feb.engagement-global.de

Türkei wird Fairtrade-Produktionsland

Seit dem 1. Juli 2025 gehört die Türkei offiziell zu den Ländern, aus denen Rohstoffe für Fairtrade-zertifizierte Produkte bezogen werden dürfen. Damit ist sie neues Produktionsland im Rahmen der Fairtrade-Zertifizierung. Welche Länder infrage kommen, regelt die Fairtrade-Richtlinie zum geografischen Geltungsbereich der Produzentenzertifizierung. – ausgenommen sind EU- und G8-Staaten. Diese Richtlinie wird alle fünf Jahre überprüft, bei Bedarf auch früher. Änderungsanträge können von Mitgliedsorganisationen oder Stakeholdern eingereicht werden.

Auf Antrag mehrerer Fairtrade-Mitgliedsorganisationen wurde das Land in die Liste der Fairtrade-Erzeugerländer aufgenommen. Hintergrund war die wachsende Marktnachfrage und das kommerzielle Interesse an Haselnüssen aus der Türkei. Fairtrade Deutschland führte daraufhin eine umfassende Analyse durch, basierend auf sozioökonomischen Daten wie dem Pro-Kopf-Einkommen (OECD-DAC), dem (Gini-Index) zur Vermögensverteilung und weiteren Indikatoren des Human Development Index. Auch langfristige Effekte für lokale Produzenten sowie Unterstützungsmöglichkeiten werden berücksichtigt. Das Fairtrade-Netzwerk für Asien und den Pazifikraum (Fairtrade NAPP) hat sich bereit erklärt, als unterstützendes Produzentennetzwerk zu fungieren. Die Analyse folgte dem Verfahren der Fairtrade-Richtlinie zum geografischen Geltungsbereich für Produzentenländer.

Basierend auf dieser Analyse empfahl Fairtrade Deutschland die Aufnahme. Der Vorstand von Fairtrade International genehmigte den Vorschlag im März 2025. Der Vorstand setzt sich aus Vertreter*innen von Produzentenorganisationen, nationalen Fairtrade-Organisationen und unabhängigen Mitgliedern zusammen.

Produzentenorganisationen in der Türkei müssen für die Fairtrade-Zertifizierung zunächst mit der unabhängigen Zertifizierungsstelle FLOCERT Kontakt aufnehmen und ein umfassendes Prüfverfahren durchlaufen. Dabei gelten strenge soziale, wirtschaftliche und ökologische Standards. FLOCERT ist bereit mit der Prüfung von Anträgen aus der Türkei zu beginnen.

(Vgl. fairtrade.net)

Fairer Handel für ein würdevolles Leben – „Würde unantastbar“

Der Fairtrade-Stadt-Partnerverein „Kraichtal hilft e.V.“ setzt das Projekt „Würde unantastbar“, das vom Verein für Menschenwürde und Demokratie e.V. initiiert wurde in Kraichtal und Umgebung um. Dabei entstehen Würdetafeln, die zur Reflexion und zum Austausch über Menschenwürde und Demokratie anregen. Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal unterstützt das Projekt, da es sich auch auf Werte des Fairen Handels bezieht.

Fair Trade ist eine Antwort auf Ausbeutung und Ungerechtigkeit in globalen Lieferketten. Damit Arbeiter:innen in benachteiligten Ländern von ihrer Arbeit leben können, zahlen Verbraucher:innen in Deutschland bewusst faire Preise – für Produkte wie Kaffee, Schokolade oder Bananen und viele mehr.

Fairer Handel – ein Zeichen für Menschenwürde und Gerechtigkeit. Viele alltägliche Produkte entstehen unter Bedingungen, die grundlegende Rechte verletzen. Fairer Handel stellt dem bewusst etwas entgegen. Er fördert gerechte Arbeitsbedingungen, schützt vor Ausbeutung und setzt ein starkes Zeichen für Respekt, Partnerschaft und soziale Verantwortung – im Einklang mit dem im Grundgesetz verankerten Prinzip der unantastbaren Würde.

Fairer Handel schützt Menschenwürde und schafft Lebensperspektiven. Er ermöglicht Produzierenden im Globalen Süden durch faire Preise, Mitbestimmung und stabile Handelsbeziehungen ein Selbstbestimmtes Leben. Mit sicheren Arbeitsplätzen, sozialen Prämien und der Förderung von Umweltstandards trägt er zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit bei und stärkt globales Bewusstsein für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Gerechter Welthandel bedeutet, dass Menschen als gleichberechtigte Partner:innen behandelt werden – mit existenzsichernden Einkommen, fairen Arbeitsbedingungen, Schutz vor Kinderarbeit, Geschlechtergerechtigkeit und aktiven Maßnahmen für Umwelt und Klima.

Der brasilianische Erzbischof Dom Hélder Câmara formulierte einen Leitsatz, der die Weltladen-Bewegung bis heute prägt: „Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr gerechte Preise zahlt.“

(Vgl.: misereor.de, brot-fuer-die-welt.de, welthungerhilfe.de, weltladen.de, fairtrade.net)

Nähere Infos zum Projekt „Würde unantastbar“

Fairer Handel vs. konventioneller Handel – Prinzipien und Praxis am Beispiel Banane

Der faire Handel unterscheidet sich vom konventionellen Handel grundlegend in seinen Werten, Strukturen und Machtverhältnissen.

Werte und Zielsetzungen Fairer Handel basiert auf ethischen Prinzipien Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Partnerschaft, um Produzierenden ein würdiges Leben zu ermöglichen. Der konventionelle Handel hingegen folgt primär wirtschaftlichen Interessen: Gewinnmaximierung, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Strukturen und Praktiken Fairer Handel sichert Erzeugenden stabile Mindestpreise, zusätzliche Prämien, transparente Lieferketten, langfristige Partnerschaften und unabhängige Kontrollen. Der konventionelle Handel orientiert sich an Angebot und Nachfrage; Produzentinnen haben oft wenig Einfluss auf Preisgestaltung oder Produktionsbedingungen, oft zulasten sozialer und ökologischer Standards.

Akteure und Machtverhältnisse Fairer Handel fördert Mitbestimmung und Unabhängigkeit der Produzierenden, während im konventionellen System oft große Handelsunternehmen dominieren, die ihre Marktmacht nutzen, um Preise und Bedingungen vorzugeben.

Beispiel Bananenzählen zu den meistkonsumierten Früchten weltweit – und ihr Anbau zeigt beispielhaft die Unterschiede zwischen fairem und konventionellem Handel.

Preisgestaltung Stabile Mindestpreise und Prämien fördern soziale Projekte. Konventionelle Preise schwanken stark und liegen oft unter den Produktionskosten.

Arbeitsbedingungen Fairtrade sichert grundlegende Rechte wie Gewerkschaftsfreiheit und schützt vor Kinder- und Zwangsarbeit. Auf vielen konventionellen Plantagen herrschen hingegen niedrige Löhne und unsichere Arbeitsverhältnisse.

Umweltschutz Begrenzter Pestizideinsatz und Schutz der Biodiversität im fairen Anbau. Konventioneller Anbau belastet Umwelt durch Monokulturen und Chemikalien.

Transparenz Fairtrade-Bananen sind bis zur Kooperative rückverfolgbar, mit unabhängiger Kontrolle. Im konventionellen System fehlt diese Nachvollziehbarkeit häufig.

Wirkung Fairer Handel stärkt Kleinbauernkooperativen, verbessert ihre Verhandlungsposition und schafft Perspektiven. Im konventionellen System bleiben viele Entwicklungschancen ungenutzt.

(Vgl. Fairtrade.net, bananafair.de)

Zurück in die Zukunft

Garstang, eine malerische Marktstadt in Lancashire, England, schrieb am 27. April 2000 Geschichte: In einer öffentlichen Bürgerversammlung erklärten die Einwohner ihre Stadt zur ersten Fairtrade-Stadt der Welt. Diese Entscheidung war das Ergebnis jahrelangen Engagements der lokalen Oxfam-Gruppe, die sich für fairen Handel und globale Gerechtigkeit einsetzte. Der entscheidende Impuls kam durch ein gemeinsames Essen, zu dem Bürgermeister, Schulleiter, Vertreter religiöser Gruppen und Unternehmer eingeladen wurden. Dort unterzeichneten sie eine Verpflichtungserklärung zum Kauf und zur Nutzung fair gehandelter und regionaler Produkte – ein symbolischer Akt, der 95 % der lokalen Unternehmen einschloss.

Ein zentrales Element der Bewegung war das Fairtrade-Café und Besucherzentrum The FIG Tree, das Garstangs Engagement sichtbar machte. Auch der erste Fairtrade-Laden der Stadt, The Mustard Seed, spielte eine wichtige Rolle. Er wurde bereits 1991 gegründet und entwickelte sich zu einem Informationszentrum für fairen Handel.

Die Initiative zielte darauf ab, Produkte mit dem FAIRTRADE-Siegel zu fördern – ein internationales Zertifizierungslabel, das Produzenten in Entwicklungsländern faire Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung garantiert. Heute findet man dieses Siegel auf tausenden von Produkten wie Kaffee, Tee, Schokolade, Bananen, Baumwolle, Wein und sogar Gold.

Die Worte des damaligen Staatssekretärs George Foulkes erwiesen sich als prophetisch: „Was hier in Garstang seinen Anfang genommen hat, kann sich wie ein Lauffeuer im ganzen Land und darüber hinaus verbreiten.“ Und genau das geschah. Die Bewegung wuchs rasant – heute gibt es weltweit über 2.000 Fairtrade-Städte in 30 Ländern, darunter allein über 900 in Deutschland, einem der führenden Länder der Bewegung.

Garstang bleibt das Symbol für den Anfang einer globalen Bewegung, die zeigt, wie lokale Initiativen weltweite Veränderungen anstoßen können.

(Vgl. www.garstangfairtrade.org.uk/, www.fairtradetowns.org/)

Der Kalender der Fairen Woche 2025 ist geöffnet! – Jahresthema: „Fair handeln – Vielfalt erleben“

Ab sofort können Initiativen, Weltläden, Schulen, Kommunen und engagierte Personen ihre Veranstaltungen anmelden und Teil der größten Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland werden. Ob faires Frühstück, Filmabend oder Podiumsdiskussion – jede Idee zählt und macht das Thema Fairer Handel bundesweit sichtbar.

Jetzt Aktion im Veranstaltungskalender eintragen…

www.faire-woche.de/kalender/veranstaltung-eintragen

…und kostenfreie Aktionsmaterialien für Ihre Veranstaltung bestellen:

Plakate und Flyer zur Fairen Woche

Die Aktionsbroschüre zum Jahresthema „Fair handeln – Vielfalt erleben“

Teekärtchen mit 15 fair gehandelten Teesorten

Was ist die Faire Woche?

Die Faire Woche findet jährlich im September statt – 2025 vom 12. bis 26. September. Bundesweit laden etwa 2.000 Veranstaltungen dazu ein, den Fairen Handel kennenzulernen und sich für globale Gerechtigkeit zu engagieren. Veranstalter sind das Forum Fairer Handel, Fairtrade Deutschland und der Weltladen-Dachverband.

In diesem Jahr übernimmt Reem Alabali-Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Schirmherrschaft über die Aktionswoche.

Jahresthema 2025: „Fair handeln – Vielfalt erleben“ Im Fokus stehen:

Biologische Vielfalt – z. B. durch nachhaltige Anbaumethoden wie Agroforstsysteme

Kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt – sichtbar in den Lebensrealitäten von Kleinbäuer*innen weltweit

Vielfalt des Engagements – Fairer Handel lebt vom Mitmachen auf vielen Ebenen

Jetzt aktiv werden! Setzen Sie mit Ihrer Veranstaltung ein Zeichen für globale Gerechtigkeit und Teilhabe.

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal unterstützt Sie gern beim Ideenfinden, Eintragen Ihrer Veranstaltung und beim Bestellen der Materialien.

Kontakt:
Viola Thomas
v.thomas(@)kraichtal.de
Telefonnummer: 07250 7748

(Vgl. www.faire-woche.de/start)

Die Fairtrade-Prämie – Ein Mehrwert

Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten alle Produzentenorganisationen die Fairtrade-Prämie.

Die Fairtrade-Prämie ist ein finanzieller Aufschlag, der vor Ort in den Anbauländern zusätzlich zum Verkaufspreis gezahlt wird.

Durch die Fairtrade-Absätze auf dem deutschen Markt im Jahr 2024 wurden Prämien in Höhe von 44 Millionen Euro erwirtschaftet.

Diese Mittel fließen in essenzielle Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur, Bildung und Klimaanpassung und tragen aktiv zur nachhaltigen Entwicklung bei.

Darüber hinaus stehen die drei regionalen Produzentennetzwerke in Asien, Afrika und Lateinamerika den rund zwei Millionen Bäuerinnen, Bauern und Arbeiter*innen mit Trainings, Beratungen und Finanzhilfen zur Seite – beispielsweise für Maßnahmen zur Klimaanpassung.

Bei Kleinbauernorganisationen stimmen die Mitglieder auf der Generalversammlung demokratisch über die Fairtrade-Prämienprojekte ab. Für maximale Transparenz müssen alle Entscheidungen und Entwicklungen, welche die Fairtrade-Prämie betreffen, für alle Mitglieder der Kooperative offengelegt und verständlich dokumentiert werden.

Im Schnitt wird rund die Hälfte der Fairtrade-Prämie in Kleinbauernorganisationen in die Steigerung der Produktivität und Qualität investiert. So verbessert sich die Chance der Kleinbauernfamilien, am Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben.

Auf Fairtrade-Plantagen wird die Fairtrade-Prämie vor allem in die direkte Unterstützung der Arbeiterschaft und ihrer Familien verwendet - etwa für Bücher und Uniformen schulpflichtiger Kinder, für Kredite und Darlehen sowie für Wohnraumverbesserung oder als Zuzahlung für den monatlichen Lohn.

(Vgl. fairtrade.net)

Fairtrade bietet Orientierung beim ethischen Konsum

ie neue GlobScan-Studie zeigt: Fairtrade zählt weiterhin zu den bekanntesten und vertrauenswürdigsten Nachhaltigkeitssiegeln in Deutschland. 89 Prozent der Bevölkerung kennen das Siegel – ein konstant hoher Wert, der seine starke Marktpräsenz bestätigt. Besonders positiv: Das Vertrauen in Fairtrade nimmt weiter zu. 81 Prozent derjenigen, die es kennen, halten es für glaubwürdig – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Viele Konsument:innen – besonders Eltern, Millennials und die Generation X – fühlen sich emotional mit Fairtrade verbunden. Die Generation Z hingegen weist eine schwächere Bindung auf und hat oft Schwierigkeiten, den konkreten Nutzen für die Produzent:innen nachzuvollziehen. Eine Ausnahme bildet das Thema soziale Gerechtigkeit, das auch junge Menschen klar als positiven Aspekt von Fairtrade erkennen. Laut GlobeScan-Institut sind diese Zweifel nicht auf Deutschland beschränkt, sondern betreffen weltweit zahlreiche Nachhaltigkeitssiegel. Die Marktforscher führen dies vor allem auf die unsichere wirtschaftliche und geopolitische Lage zurück.

Die Studie zeigt, dass Fairtrade besonders für seinen sozialen Einfluss geschätzt wird. Faire Arbeitsbedingungen, der Schutz von Arbeitnehmerrechten und das Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit gehören zu den zentralen Assoziationen. 64 Prozent der Befragten geben an, dass das Siegel ihnen hilft, ethische Produkte zu erkennen. Auch für Unternehmen ist Fairtrade relevant. Zwei Drittel derjenigen, die sich an das Siegel erinnern, nehmen Marken mit Fairtrade-Label positiver wahr.

Die Studie des GlobeScan-Instituts zeigt, dass die Kaufbereitschaft für Fairtrade-Produkte trotz Preisbarrieren stabil bleibt. Konsument:innen in Deutschland erinnern sich weiterhin an Fairtrade-Kommunikationsmaßnahmen, während diese Präsenz in anderen Märkten zurückgeht. Fairtrade wird nach wie vor mit Vertrauen, sozialer Gerechtigkeit und ethischem Konsum verbunden. Zukünftig ist es wichtig, insbesondere jüngere Zielgruppen stärker anzusprechen, um diese positive Entwicklung fortzusetzen.

(Vgl. fairtrade.net)

Wie fair ist Deutschland?

Trotz turbulenter Zeiten liefert der Wirkungs- und Jahresbericht 2024/2025 von Fairtrade Deutschland Grund zur Zuversicht. Verbraucherinnen und Verbraucher griffen 2024 häufiger zu Fairtrade-Produkten, und der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro. Der Absatz, also die Menge der in Deutschland verkauften Fairtrade-Produkte, stieg um rund 5 Prozent – und damit auch die positive Wirkung von Fairtrade in Anbauländern in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Besonders Kaffee, Blumen, Bananen und Kakao erfreuen sich großer Beliebtheit und konnten trotz einer insgesamt schwierigen Marktsituation deutliche Zuwächse verzeichnen.

Doch wo greifen Menschen besonders häufig zu fair gehandelten Produkten, wo engagieren sich die meisten ehrenamtlich und in welchen Bereichen zeigt sich nachhaltiges Handeln am deutlichsten?

Antworten auf diese und viele weitere spannende Fragen liefert der neue Fair Atlas!

Basierend auf einer Fairtrade-Studie mit YouGov zeigt der Atlas verschiedene Aspekte des Fairness-Gedankens – von Einkaufsverhalten bis Ehrenamt – und gibt detaillierte Einblicke in die Fairness-Situation der Bundesländer.

Nachhaltiges Verhalten zeigt sich im Alltag durch bewussten Konsum, Energiesparen, umweltfreundliche Mobilität oder soziales Engagement. Die Befragten versuchen, vor allem bei Nahrungsmitteln auf ihr Verhalten zu achten.

Verbraucher in Deutschland legen großen Wert auf faire Produktionsbedingungen und nachhaltigen Konsum. Besonders bei Lebensmitteln aus dem globalen Süden ist die Haltung eindeutig.

74 % der Befragten betonen die Bedeutung respektvoller Herstellungsbedingungen ohne Ausbeutung von Menschen oder Kindern.

60 % achten beim Kauf von Obst und Gemüse bewusst auf die Herkunft, um lange Transportwege zu vermeiden.

60 % sind bereit, einen höheren Preis zu zahlen, wenn sie sicher sein können, dass Bauern und Produzenten fair entlohnt werden.

Ein Großteil der Verbraucher achtet gezielt auf das Fairtrade-Siegel, um sicherzustellen, dass Produkte aus entfernten Ländern fair gehandelt sind.

Wie fair ist deine Heimatregion? Finde es heraus www.fair-atlas.de/fair-atlas

(Vgl. Fairtrade Deutschland)

Externe Rahmenwerke im Fairen Handel

Der Faire Handel erkennt die Bedeutung multi- lateraler Rahmenwerke zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt in Politik und Wirtschaft an. Er bezieht sich in seiner Arbeit auf ihre Inhalte.

Die Sustainable Development Goals (SDGs)

Als Kernstück der Agenda 2030, wurden 2015 von der UN verabschiedet. Die 17 Ziele zielen darauf ab, Armut bis 2030 weltweit zu beenden, Ungerechtigkeit zu bekämpfen und nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Die Fair-Handels-Bewegung und die SDGs teilen die Vision einer nachhaltigen Welt, in der Menschen der Armut entkommen, Ressourcen und Ökosysteme geschützt werden und Frauen und Mädchen gleiche Rechte und Chancen haben.

Sie fördert Verbraucherbewusstsein, unterstützt verantwortlichen Konsum in der Agenda 2030 und baut Partnerschaften zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele.

Die Conventions der International Labour Organization (ILO)

Diese umfassen 190 Regelungen zur Verbesserung der Arbeitsnormen überall in der Welt. Die sogenannten Kernarbeitsnormen sind für alle Mitgliedstaaten bindend. Hierzu gehören u. a. Das Verbot von Zwangsarbeit und Kinderarbeit, das Recht auf gewerkschaftliche Organisation und das Recht auf Gleichheit und Nichtdiskriminierung. Die ILO Decent Work Agenda wurde von der UN als Teil der Nachhaltigen Entwicklungsziele für das Jahr 2030 angenommen.

Die Guiding Principles on Business and Human Rights

Dies ist ein globaler Standard, verabschiedet von der UN zur Vorbeugung und Ahndung von Verstößen gegen die Menschenrechte im Zusammenhang mit Geschäftstätigkeiten. Die drei Säulen Protect (Schutz durch den Staat), Respect (Achtung durch Unternehmen) and Remedy (Abhilfe für Betroffene) sind das zentrale Konzept der Leitlinien.

Die Internationale Charta des Fairen Handels

Dieses Referenzdokument für die Fair-Handels-Bewegung wurde von der World Fair Trade Organization und Fairtrade International initiiert. Es hilft Fair-Handels-Akteuren, ihre Arbeit in Bezug auf gemeinsame Werte und Ansätze zu erklären, und erleichtert anderen, diese zu verstehen.

(Vgl. Internationale Charta des Fairen Handels, ohchr.org)

Spaziergang in Richtung Zukunft – Walk & Talk

Am vergangenen Freitag lud die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Town zum „Walk & Talk – Fairtrade & 17 Nachhaltigkeitsziele“ nach Oberöwisheim ein. Bei sonnenenergiegeladenem Wetter versammelten sich zahlreiche Interessierte, um gemeinsam auf einem besonderen Spaziergang mehr über Fairtrade und die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), dem Kernstück der Agenda 2030 zu erfahren.

Entlang verschiedener Stationen erhielten die Teilnehmenden anschauliche Informationen darüber, wie Fairtrade zur Erreichung der 17 Ziele beiträgt. Die Förderung sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit als Schnittmenge der 17 Ziele mit den Fairtrade-Standards wurde verdeutlicht. Besonders oft genannt wurden dabei der Fairtrade-Standard Mindestpreis und Prämie, der für die Erreichung der meisten Ziele als geeignet identifiziert wurde.

Schon am Treffpunkt beim Fairtrade-Stadt-Partner einzigArt begann der Austausch über eine gerechtere Welt. Die Veranstaltung knüpfte an frühere Formate zu Kaffee und Kakao von Oikocredit an – doch dieses Jahr organisierte die Steuerungsgruppe den Walk & Talk und freute sich über das durchweg positive Feedback der Teilnehmenden. Der Rundgang endete bei einzigArt, wo er seinen Lauf genommen hatte. Die Steuerungsgruppe bedankt sich bei Bettina Hartlieb für die Herberge, in der noch Zeit für Austausch, Snacks und Getränke blieb.

Die Nachhaltigkeitsziele sind ein anspruchsvolles Projekt, bei dem es um nichts weiter geht, als die Rettung unseres Planeten durch nachhaltige Lebensweisen in Harmonie mit der Natur sowie ein friedvolles und würdevolles Zusammenleben der Menschheit. (Quelle: Fair Handeln)

Einladung zum „Walk & Talk – Fairtrade & 17 Nachhaltigkeitsziele“

Nach dem großen Erfolg der vergangenen Jahre geht die beliebte Spaziergangsreihe in die dritte Runde: Am Freitag, 16. Mai um 16 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen zum „Walk & Talk – Fairtrade & 17 Nachhaltigkeitsziele“. Treffpunkt ist bei einzigArt in Oberöwisheim, Bachstraße 30. Von dort aus startet ein gemütlicher Rundweg um Oberöwisheim. Der Spaziergang dauert, mit Halt an den Stationen, etwa 2,5 Stunden und endet wieder am Ausgangspunkt – wo bei Snacks und Getränken noch Zeit zum Austausch bleibt.

An verschiedenen Stationen entlang des Weges werden auf spielerische und anschauliche Weise Informationen rund um das Thema Fairtrade und die 17 UN Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) vermittelt. Die Veranstaltung verbindet Bewegung, Begegnung und Bildung in entspannter Atmosphäre und richtet sich an alle, die sich für eine gerechtere und nachhaltigere Welt interessieren oder einfach mit ein paar netten Leuten in einen Austausch kommen möchten.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erwünscht. Bitte melden Sie sich hierzu bis zum 10. Mai bei v.thomas@kraichtal.de an. Bei schlechtem Wetter muss die Veranstaltung leider ausfallen.

Und? Lust auf einen besonderen Spaziergang mit Tiefgang? Dann kommen Sie vorbei und gehen Sie mit uns ein Stück in Richtung Zukunft!

„Besuchen Sie die Fair Handeln: Globale Verantwortung und Nachhaltigkeit erleben!“

Die internationale Fach- und Verbrauchermesse "Fair Handeln" auf der Messe Stuttgart widmet sich seit 2005 dem Fairen Handel und global verantwortungsvollem Handeln. Sie gilt als Deutschlands erste Messe, die umfassend über faire Waren informiert, und hat sich seit 2009 als Branchen- und Kommunikationsplattform etabliert. Veranstaltet wird sie von der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gemeinsam mit der Messe Stuttgart im Rahmen der Frühjahrsmessen. Die Messe bietet eine Kombination aus Verkaufsplattform, Informations- und Kontaktbörse für die Branche, Medien, Entscheidungsträger:innen und Verbraucher:innen.

Die Themen der Messe sind breit gefächert: von Fair Trade mit vielfältigen zertifizierten Produkten über Entwicklungszusammenarbeit und nachhaltigen Tourismus bis hin zu nachhaltigem Finanzwesen, verantwortungsvoller Unternehmensführung (CSR) und Future Fashion. Jede dieser Kategorien präsentiert Innovationen, Trends und Lösungen für eine nachhaltigere und sozial gerechtere Welt.

Im Jahr 2025 findet die Fair Handeln vom 24. bis 27. April in Stuttgart statt und bietet neben den Ständen der Ausstellenden ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Besuchende können sich auf spannende Workshops, Modeschauen und Aktionen wie die Fair-Handeln-Rallye freuen. Zu den Programm-Highlights zählen die "FairKostung"-Veranstaltungen mit Burundi Kaffee, der Future Fashion Friday mit Panels und kreativen Workshops, sowie verschiedene Fachveranstaltungen wie der Kommunale Fachtag, die entwicklungspolitische Landeskonferenz und zahlreiche Podiumsdiskussionen. Eine immersive Virtual-Reality-Erfahrung namens "Nobody’s Listening" erinnert an den Genozid an den Jesidinnen und ist an allen Messetagen zugänglich.

Am Infopoint des Rathauses können zwei kostenlose Eintrittskarten für die „Fair Handeln Messe“ abgeholt werden.

(Vgl. SEZ Stiftung Entwicklungs- Zusammenarbeit BW)

Weitere Informationen und die vollständige Programmübersicht

World Fair Trade Organization (WFTO)

Die Organisation

Die World Fair Trade Organization (WFTO) wurde 1989 gegründet und ist eine internationale Dachorganisation von über 400 Fair-Handels-Organisationen in über 75 Ländern. Diese Organisationen sind zu 100 % dem Fairen Handel verschrieben. Die WFTO ist in fünf Regionen (Afrika mit dem Nahen Osten, Asien, Europa, Lateinamerika und Nordamerika mit dem Pazifischen Raum) vertreten.

Ziele

Ziele der WFTO sind die Verbesserung von Marktchancen für benachteiligte Produzenten, die politische Einflussnahme im Welthandel und die Sicherstellung der Glaubwürdigkeit von Fair-Handels-Organisationen. Die transformative Kraft von Fair-Trade-Unternehmen soll genutzt werden, um den Wandel hin zu einer alternativen Art des Wirtschaftens, bei der Gerechtigkeit auf allen Ebenen an erster Stelle steht, zu erreichen.

Mitgliedschaft

Um Mitglied der WFTO zu werden, muss eine Organisation nachweisen, dass bei ihrer gesamten Geschäftstätigkeit Mensch und Umwelt an erster Stelle stehen. Mitglieder der WFTO umfassen:

  • Produzentengruppen und -netzwerke
  • Vermarktungsorganisationen
  • Fair-Handels-Unternehmen
  • Unterstützer-Organisationen

Diese Mitglieder bilden die gesamte Lieferkette der Produkte ab und wenden die 10 Fair-Handels-Prinzipien der WFTO in ihrer Lieferkette an. Praktiken des Fairen Handels können nicht auf einige wenige Produktlinien oder Rohstoffe beschränkt werden, sondern Mitglieder müssen zu 100 % Fair-Handels-Unternehmen sein. Die Einhaltung der Prinzipien wird innerhalb des WFTO-Garantie-Systems geprüft.

WFTO-Garantie-System

Die WFTO vergibt ein Organisations-Label, das die Einhaltung der folgenden zehn Prinzipien bestätigt:

  • Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzent*innen
  • Transparenz und Rechenschaftspflicht
  • Faire Handelspraktiken
  • Faire Bezahlung
  • Keine ausbeuterische Kinderarbeit, keine Zwangsarbeit
  • Versammlungsfreiheit, keine Diskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit
  • Gute Arbeitsbedingungen
  • Aus- und Weiterbildung
  • Förderung des Fairen Handels
  • Umweltschutz und Einsatz gegen den Klimawandel

(Vgl. wfto.com, forum-fairer-handel.de)

Fairtrade-Map zu existenzsichernden Einkommen

Ein digitales Werkzeug, das Übersicht verschafft und Wandel vorantreiben kann. Unternehmen können über die Website von Fairtrade International via Click herausfinden, welche Preise sie zahlen müssen, um existenzsichernde Einkommen und Löhne zu ermöglichen.

Über die interaktive Karte reference-prices.fairtrade.net/countries können die Referenzpreise für existenzsichernde Einkommen nach Waren oder Ländern abgerufen werden. Jeweils gibt es auch einen Bericht dazu, der die Faktoren aufzeigt, die in die einzelnen Preise einfließen und wie sie berechnet wurden.

Bis heute hat Fairtrade länder- oder regionalspezifische Referenzpreise für ein existenzsicherndes Einkommen für folgende fünf Produkte in zwölf Ländern entwickelt: Kakao, Kaffee, Kokosnüsse, Cashews und Mangos. Diese Preise wurden in einem soliden Forschungs- und Validierungsprozess mit Bauernfamilien und lokalen Branchenexpert*innen entwickelt. Fairtrade entwickelt auch Preise für Unternehmen, die sich auf bestimmte Erzeugergruppen oder Herkunftsregionen in der Lieferkette beziehen. Die Map ist in verschiedenen Sprachen verfügbar und soll um Referenzpreise für Löhne erweitert werden.

Obwohl existenzsichernde Einkommen und Löhne ein Menschenrecht sind, hat die entwicklungspolitische Debatte darüber erst in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Anders als andere Armutsindikatoren, wie etwa die Definition der Weltbank zur Armutsgrenze (weniger als $2,15 pro Tag bedeutet extreme Armut), können existenzsichernde Einkommen und Löhne nicht global in einer einzelnen Zahl erfasst werden, sondern müssen für den jeweiligen Kontext lokal berechnet werden.

Existenzsichernde Einkommen und Löhne sind zentrale Bestandteile der Fairtrade-Strategie. Diese umfasst die Berechnung eines Preises, der essentielle Faktoren wie Zugang zu gesunden Nahrungsmitteln, sauberem Wasser, sicheren Wohnverhältnissen, Bildung, medizinischer Versorgung sowie finanzielle Rücklagen für unerwartete Ereignisse und Altersvorsorge berücksichtigt. Arbeiter:innen und Produzent:innen sollen genug verdienen, um ihre Grundbedürfnisse zu decken und ein Leben in Würde zu führen.

(Vgl. fairtrade.at, fairtrade.net, forum-fairer-handel.de)

Mitgliedsorganisationen und Förderer von Fairtrade Deutschland e.V.

Fairtrade Deutschland e.V. nahm 1992 unter dem Namen TransFair als Ein-Mann-Betrieb die Arbeit auf. Heute arbeitet ein Team von fast 100 engagierten Menschen in der Zentrale in Köln daran, den fairen Handel bundesweit in Haushalten, im Handel, in der Industrie und der Politik tiefer zu verankern.

Fairtrade Deutschland ist Mitglied der Dachorganisation Fairtrade International. Als gemeinnütziger Verein wird Fairtrade Deutschland von mehr als 30 Mitgliedsorganisationen getragen und unterstützt. Diese wählen den Aufsichtsrat, der den geschäftsführenden Vorstand ernennt. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Umsetzung der politischen und strategischen Leitlinien.

Die Mitglieder unterstützen Fairtrade Deutschland mit Aktionen und Kampagnen und tragen die Idee des fairen Handels in ihre Netzwerke. Außerdem kommen sie mindestens einmal im Jahr zur Mitgliederversammlung von Fairtrade Deutschland zusammen, bei der sie unter anderem den Aufsichtsrat wählen.

Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen:

  • Entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen
  • Jugend- und Sozialverbände
  • Politische Akteure
  • Konsum- und Finanzwesen
  • Bildung
  • Umwelt und Gesundheit
  • Fördermitglieder

Diese Vielfalt an Mitgliedern hilft, die Vision eines fairen Handels breit zu verankern und gemeinsam für eine gerechtere Weltwirtschaft zu arbeiten.

(Vgl. fairtrade.net)

Die Organisationen hinter Fairtrade

Fairtrade wird von internationalen und nationalen Organisationen sowie Produzentennetzwerken unterstützt. Diese Akteure arbeiten zusammen, um faire Handelsbedingungen zu gewährleisten und die Lebensbedingungen von Produzierenden im Globalen Süden zu verbessern.

Zu den wichtigsten Organisationen gehören Fairtrade International und nationale Fairtrade Organisationen sowie die Produzentennetzwerke.

In der Lieferkette spielen Importeure und Exporteure sowie Hersteller, Handel und Konsumierende mit ihrer bewussten Entscheidung für Fairtrade-Produkte, eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung des Systems.

Fairtrade International

Fairtrade International ist der gemeinnützige Dachverband im Fairtrade-System. Er verbindet gleichberechtigt die Stimmen aller Fairtrade-Akteure. Zu den Hauptaufgaben von Fairtrade International gehört die Entwicklung der FAIRTRADE-Standards und die Unterstützung der Produzentenorganisationen beim Erwerb und Aufrechterhalten von FAIRTRADE-Zertifizierungen.

Nationale Fairtrade-Organisationen

Nationale Fairtrade-Organisationen sind in über 25 Ländern weltweit vertreten. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Bekanntheit von Fairtrade in Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zu fördern. Sie erschließen neue Märkte, betreiben Lobbyarbeit für Produzierende aus dem globalen Süden und vergeben das Fairtrade-Siegel sowie die dazugehörigen Lizenzverträge, die die Nutzung des Siegels regeln.

Produzentennetzwerke

Fairtrade Africa, CLAC (Latin American and Caribbean Network) und NAPP (Network of Asian and Pacific Producers) sind die drei regionalen Produzentennetzwerke, denen sich Fairtrade-Produzentenorganisationen anschließen können. Sie vertreten die Interessen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Arbeiterinnen und Arbeitern für die Regionen Lateinamerika und Karibik, Afrika und Asien. Diese Netzwerke bieten Unterstützung bei Zertifizierung, Fortbildung, Finanzierungsmöglichkeiten und Entwicklungsprogrammen. Produzierende sind über die drei Netzwerke an allen Entscheidungen beteiligt, die das FAIRTRADE-System betreffen.

FLOCERT der unabhängige Zertifizierer für Fairtrade überwacht die Einhaltung der Standards.

(Vgl. fairtrade.net)

Wieso die Preise für Orangensaft steigen

Die Orangensaftpreise sind aufgrund schlechter Ernten und gestiegener Produktionskosten dramatisch angestiegen. Konsument:innen müssen sich auf erhebliche Preiserhöhungen und mögliche Versorgungsengpässe einstellen. Gründe dafür sind der Klimawandel und Krankheiten.

In Brasilien, wo 80 Prozent der weltweiten Orangenernte herkommen, kämpfen Landwirt:innen mit hohen Temperaturen, unregelmäßigen Regenfällen und immer häufigeren Dürren, die die Erntemengen seit einigen Jahren erheblich reduziert haben. Auch die vergangene  brasilianische Orangenblütensaison wurde durch extreme Witterungsbedingungen gestört.

Auch in anderen Anbauregionen haben die Menschen mit schlechten Ernten zu kämpfen. Die Folgen der Klimakrise werden durch weltweite Seuchen wie die Gelbe Drachenkrankheit noch zusätzlich verschärft. Für die Konsument:innen bedeutet das jetzt schon teure Preise, die künftig weiter ansteigen werden. Orangensaft wird möglicherweise seltener in den Regalen zu finden sein.

Die Saison 2024/2025 markiert einen historischen Tiefpunkt. Die aktuelle Ernte ist die schlechteste seit 1988, mit einem Rückgang der Produktion um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In dieser Saison wird weit weniger Orangensaft produziert, als zur Deckung der weltweiten Nachfrage benötigt wird. Mit fast 7 Litern pro Kopf im Jahr ist Orangensaft der beliebteste Saft der Deutschen. Schätzungsweise werden es nun 4 Liter weniger werden, die dem europäischen Markt zur Verfügung stehen. Kosten wird der Orangensaft rund 85% mehr als noch vor zwei Jahren.

Bei der langfristigen Sicherung des Orangenanbaus spielt daher der faire Handel im Globalen Süden eine gewichtige Rolle. Stabile Mindestpreise sorgen für planbare Einnahmen. Durch die FAIRTRADE-Prämie können die Menschen zudem in gemeinsame, dringend benötigte Projekte investieren. Immer öfter sind das auch Maßnahmen gegen den Klimawandel. Der faire Handel ist eine wichtige Unterstützung, die den Bäuerinnen und Bauern Stabilität und die nötigen Ressourcen bietet, um mit diesen Herausforderungen umzugehen.

(Vgl. statista.de, foodwatch.de, fallstaff.com, fairtrade.at, fairtrade.net)

Gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei!

Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, demonstrieren Frauen weltweit für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit. Ein fernes Ziel für die Mehrheit der Mädchen und Frauen rund um den Globus. Überall auf der Welt werden sie weiter und weiter in unterschiedlichem Ausmaß in ihrem Menschsein beschnitten.

SDG- Fortschrittsbericht der UN über Goal 5

Die Weltgemeinschaft ist noch weit davon entfernt, Ziel 5 die Gleichstellung der Geschlechter bis 2030 zu erreichen. Bei aktuellem Trend, wird es laut Schätzungen noch 286 Jahre dauern, bis die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in der rechtlichen Absicherung beseitigt und alle diskriminierenden Gesetze abgeschafft sind.

Politische Führung, Investitionen und politische Reformen sind erforderlich, um systemische Hindernisse zum Erreichen von Ziel 5 abzubauen. Die Gleichstellung der Geschlechter muss ein zentraler Schwerpunkt nationaler Politiken, Haushalte und Institutionen sein.

WFTO-Prinzip 6 und Geschlechtergerechtigkeit

Die World Fair Trade Organization (WFTO) setzt sich aktiv für Geschlechtergerechtigkeit ein. Sie fördert Initiativen, die darauf abzielen, die Geschlechterungleichheit zu verringern und die Rolle der Frauen in verschiedenen Sektoren zu stärken.

Maßnahmen:

Investitionen in Projekte von Initiativen, die Frauen in der Landwirtschaft fördern und Frauen den Zugang zu Land, Märkten und finanzieller Unterstützung erleichtern.

Strategien zur erfolgreichen Umsetzung von Fair-Trade-Prinzipien zur Geschlechtergerechtigkeit in Unternehmen. Diese Politik fördert und unterstützt Frauen dabei, Führungspositionen zu erreichen.

Schulungen und Ressourcen, um das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit zu schärfen und Unternehmen zu unterstützen, geschlechtergerechte Praktiken zu implementieren.

Im Fairtrade-System ist das Streben nach Geschlechtergleichstellung ist in allen Bereichen integriert, sowohl in den Standards als auch in Programmen und Forschung.

Der Internationale Frauentag rückt bestehende Herausforderungen und bereits erzielte Fortschritte in den Fokus. Er ist ein wichtiger Tag für die Frauenrechte.

(Vgl. frauenrechte.de, SDG-Fortschrittsbericht 2023, bmz.de, wfto.com, fairtrade.net)

Berichte aus den Partnerschaften - Globales Lernen an der Mönchswaldschule

Es ist dem Schulleiter und den Lehrkräften der Mönchswaldschule ein Bedürfnis Ihren Schülerinnen und Schülern Kompetenzen für ein verantwortungsvolles Leben in einer globalisierten Welt so praxisnah wie möglich zu vermitteln und ihre eigene Rolle dabei zu verstehen.

Die Mönchswaldschule in Kraichtal Unteröwisheim ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Schülerinnen und Schülern aus allen Stadtteilen. Mit einer Pädagogik des Hinschauens und Füreinander da seins wird der Unterricht in kleinen, gut betreuten, klassenübergreifenden Lerngruppen durchgeführt. Dies ermöglicht den Kindern, ihr volles Potenzial zu entfalten. Die Schule arbeitet eng mit Bildungs- und Sozialeinrichtungen sowie der Öffentlichkeit zusammen, um eine umfassende Unterstützung und bessere Bildungs-, Berufs- und Lebensperspektiven für die Kinder zu gewährleisten.

Mit Lerneinheiten wie „Alles Banane“, „Woher kommt die Schokolade“ und „Die Reise eines T-Shirts von Bangladesch nach Kraichtal“ hat sich die Schule in den Prozess begeben, für das Verständnis von globalen Zusammenhängen.

Fragen wie „Wer hat diese Produkte hergestellt?“ und „Unter welchen Bedingungen?“ werden behandelt und dabei die Vorteile des Fairen Handels thematisiert sowie Wertschätzung für die Menschen hinter den Produkten entwickelt.

Ein Upcycling-Projekt mit Stühlen, Tischdecken und Bettwäsche hat den Kindern gezeigt, wie man gebrauchte Dinge beschaffen, kreativ bearbeiten und weiterverwenden kann.

Bei einem Vortrag über Ultra-Fast-Fashion erfuhren die Kinder die wahren Kosten einer textilen Überproduktion und eines extensiven Konsumverhaltens.

Die Lehrkräfte vermitteln den Kindern, dass ihre Meinung zählt und nicht die großen Handelskonzerne darüber bestimmen, was sie konsumieren. Die Kinder waren mit Motivation bei der Sache.

Die Lerneinheiten zu fairem und nachhaltigem Handeln befähigen die Kinder zu zukunftsfähigem Denken und Handeln und dazu sich im Dschungel des Konsums sicherer und souveräner bewegen zu können.

Alle Lehrkräfte der Schule engagieren sich trotz hoher Arbeitsbelastung aus Überzeugung für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Was schmeckt gut und sieht gut aus? - Die Snacks aus Fairem Handel im Display des Fairtrade Deutschland e. V.!

Premiere hatte das Display Ende Januar beim Partnertreffen der Fairtrade-Town und zog dort bereits viele Blicke auf sich. Aufgestellt am Info-Point im Rathaus soll es bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die kleine Stärkung zwischendurch sorgen, aber auch Besucherinnen und Besucher dürfen zugreifen und sich die Wartezeit versüßen.

Gefüllt mit Schokolade, Nüssen, getrockneten Früchten, Bonbons, Keksen, und Kaffee aus dem Weltladen, wurde es von Kraichtal hilft e. V. Die Steuerungsgruppe dankt Kraichtal hilft für die Finanzierung der ersten Garnitur. Auch dem Weltladen in Menzingen, der diese, unter ethischen Gesichtspunkten hergestellten Waren, bereithält.

Die fair gehandelten Leckereien können auf Spendenbasis ausprobiert werden. Es kann aus dem Display genommen werden was schmeckt und eine kleine Spende in der Kasse nebenan dagelassen werden. Als Hilfestellung sind Schilder auf den Produkten mit den Preisen angebracht, den sie im Weltladen haben.

Snacks, die den Heißhunger stillen und dabei noch etwas Gutes tun!

Urgewald - Auf den Spuren des Geldes

Die Steuerungsgruppe lädt alle Interessierten am Dienstag, 25.02. um 19 Uhr zu einer Filmvorführung nach Bretten in den Vortragssaal der VHS Bretten ein. Die Dokumentation "Urgewald - Auf den Spuren des Geldes" zeigt, wie vor 30 Jahren eine Hand voll Aktivistinnen und Aktivisten an einem WG-Tisch einen kleinen Verein gründeten, der inzwischen zu einer schlagkräftigen Organisation wurde. Naturgewald zeigt auf, welche Geldquellen dahinter stehen, wenn Natur zerstört, Klimaziele missachtet und Menschenrechte verletzt werden.

Herzliche Einladung!

Netzwerken und Feiern in Kraichtal: Erfolgreiche Rezertifizierung der Fairtrade-Town

Am 30. Januar 2025 feierten die Partner der Fairtrade-Stadt Kraichtal im Rathaus die erneute Rezertifizierung der Fairtrade-Town. Von den Vereinen waren Vertreterinnen und Vertreter der FzG Münzesheim e. V., der Schachfreunde Kraichtal e. V., des Weltladen Kraichtals e. V. und der Kraichtal hilft e. V. dabei. Die Schulen wurden durch die Gemeinschaftsschule, die Mönchswaldschule und das Lernatelier vertreten. Auch die Kindergärten Unterm Regenbogen und Arche Noah sowie die ev. methodistische Kirche und die ev. Kirchen in Münzesheim, Oberöwisheim und Unteröwisheim waren vertreten.

Nach der Begrüßung durch die Steuerungsgruppe wurde deutlich, dass allen Partnern die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und zu lehren wichtig sind. Danach wurde angestoßen und das regiofaire Buffet eröffnet, gespendet von unserem Partner Augenschmaus & Gaumenfreuden. Herzlichen Dank dafür

Das Foyer des Rathauses war von der Steuerungsgruppe vorbereitet worden und bot zahlreiche Materialien und Verleihangebote, die den Bedürfnissen der verschiedenen Partner gerecht wurden. Ausmalvorlagen für Kitas, Fairtrade-Minispiele für Schulen, Infobroschüren zur Herstellung von Sportbällen für Sportvereine und Gottesdienstbausteine für Kirchen. Die Stationen der Partner stellten praxiserprobte Bildungsmaterialien und -einheiten zum Globalen Lernen mit Schnittstellen zum Fairen Handel vor, wie z. B.:

  • Der lange Weg eines T-Shirts von Burkina Faso über Bangladesch und die Türkei bis nach Kraichtal – eine Unterrichtseinheit der Mönchswaldschule.
  • Ökologischer Fußabdruck – ein Parcours mit 38 Fußspuren von Kraichtal hilft e. V.
  • Alles Banane und Süß – aber fair – Medienkoffer zu fair gehandelten Bananen und Schokolade, präsentiert vom Weltladen-Team.
  • Besuch des Lernortes Weltladen in Kraichtal-Menzingen – Informationen über das Konzept der Weltläden und deren Produkte.
  • Kleidung im Recall – Zweite Chance statt Tonne – eine Führung durch die Kleiderspendenbörse depot 25.

Es war ein genussvoller und lehrreicher Abend, der das gewachsene Netzwerk der vergangenen Jahre sichtbar machte. Vielen Dank an alle, die dabei waren – bis zum nächsten Mal!

Filmvorführung in Bretten

Die Steuerungsgruppe lädt alle Interessierten am Dienstag, 25.02.2025um 19 Uhr zu einer Filmvorführung nach Bretten in den Vortragssaal der VHS Bretten ein. Die Dokumentation "Urgewalt - Auf den Spuren des Geldes" zeigt, wie vor 30 Jahren eine Hand voll Aktivist*innen an einem WG-Tisch einen kleinen Verein gründeten, der inzwischen zu einer schlagkräftigen Organisation wurde. Naturgewald zeigt auf, welche Geldquellen dahinter stehen, wenn Natur zerstört, Klimaziele missachtet und Menschenrechte verletzt werden. Herzliche Einladung!

Wer – Wie – Was? Die Fairtrade-Towns-Partnerschaft

Wer kann mit einer Partnerschaft Teil der Fairtrade-Stadt Kraichtal werden?

Kindergärten, Kirchen, Schulen und Vereine sowie gastronomische Betriebe und Geschäfte können mit einer Partnerschaft zu Fairtrade-Towns-Akteuren werden.

Wie wird man Partner der Fairtrade-Stadt-Kraichtal?

Anmeldung bei Viola Thomas: Tel. 07250 77-48, viola.thomas@kraichtal.de

Bestätigungsformular erhalten

Bestätigungsformular ausfüllen und unterschreiben

Bestätigungsformular zurücksenden oder im Rathaus abgeben  

Schon kann es losgehen:

Was ist zu tun, für mehr Fairtrade in Kraichtal?

Für Gastronomie und Geschäfte gilt:

Zwei verschiedene Produkte aus fairem Handel anbieten Ausnahme: Floristen - Hier genügt es Fairtrade-Rosen anzubieten, um die Kriterien zu erfüllen

Für Kirchen- und Glaubensgemeinden gilt:

Auf Gemeindefesten zwei verschiedene Produkte aus fairem Handel zugänglich machen

Bildungsaktivitäten zum fairen Handel durchführen und mit einer jährlichen Aktion ergänzen

Impulse:

Produktstände nach dem Gottesdienst oder auf Pfarrfesten Den Fairen Handel im Gottesdienst und im Kommunions- oder Konfirmandenunterricht thematisieren Im Pfarrbüro kann der Faire Handel mit der Umstellung auf Fairtrade-Kaffee und Tee unterstützt werden

Für Schulen und Kindergärten gilt:

Auf Schul-/Kindergartenfesten zwei verschiedene Produkte aus fairem Handel zugänglich machen

Bildungsaktivitäten zum fairen Handel durchführen und mit einer jährlichen Aktion ergänzen

Impulse:

Das Thema Fairer Handel in den Unterricht oder bei Projekttagen einbringen. Lehrkräfte und Erzieher:innen können die Kampagne durch die Umstellung auf Fairtrade-Kaffee und Tee im Lehrerzimmer oder Pausenraum unterstützen

Für Vereine gilt:

Auf Vereinsveranstaltungen oder Sitzungen zwei verschiedene Produkte aus fairem Handel zugänglich machen

Bildungsangebote oder Infoveranstaltungen zum Thema Fairer Handel organisieren

Impulse:

Bekleidung aus Fairtrade-Baumwolle tragen Sportvereine können Bälle aus fairem Handel einsetzen

Die Steuerungsgruppe unterstützt Ihr Engagement gerne mit Bildungsangeboten und Bildungsmaterialien. Fragen Sie danach!

www.fairtrade-towns.de/fairtrade-towns/stadt/kraichtal

Die politischen Ziele von Fairtrade

Inklusive, partizipative und soziale Richtlinien im Sinne von Kleinbauernfamilien und Beschäftigten im Globalen Süden: Fairtrade strebt verbesserte politische Beteiligung der Produzierenden an, einen gerechten finanziellen Anteil am Welthandel zur Verbesserung der Lebensbedingungen und um auf fairen und nachhaltigen Anbau umstellen zu können.

Politische Reformen zum Schutz der Menschen- und Umweltrechte in globalen Lieferketten: Fairtrade fordert dafür strenge Gesetze und Richtlinien zur Sorgfaltspflicht und Unterstützung der Produzierenden bei der Einführung.

Beendigung unfairer Handelspraktiken: Fairtrade setzt sich für verantwortungsvolle und umweltfreundliche Geschäftspraktiken durch Gesetze, Richtlinien und Unternehmensverpflichtungen ein.

Faire Preise, zur Kostendeckung einer nachhaltigen Produktion und um existenzsichernde Einkommen und Löhne zu ermöglichen: Fairtrade arbeitet mit Expert:innen, politischen Entscheidungstragenden, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Bauernorganisationen an einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen.

Einfacherer Zugang zu Finanzmitteln: Fairtrade fordert eine Klimafinanzierung in Form von Zuschüssen an Stelle von Darlehen, die sich auf Klimaanpassung statt auf Eindämmung des Klimawandels konzentriert. Zusätzlich werden mehr Mittel für kleinbäuerliche Betriebe zur Einhaltung von HREDD- und Entwaldungsgesetzen sowie den Übergang zur agrarökologischen Landwirtschaft benötigt.

Ein förderliches Umfeld für den fairen Handel: Fairtrade fordert verbesserten Marktzugang und Belohnung für Unternehmen, die in nachhaltige, transparente und rückverfolgbare Lieferketten investieren.

Fairtrade setzt seine politischen Forderungen durch Lobbyarbeit, Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit durch. Mit der Repräsentanz im Fair Trade Advocacy Office (FTAO) in Brüssel kann Einfluss auf politische Rahmenbedingungen genommen werden. Es besteht enger Kontakt zur Fair-Handels-Bewegung sowie zu Vertretenden der EU-Kommission, des Parlaments und anderen EU-Institutionen.

Echte Veränderung kann nur stattfinden, wenn nachhaltiges Handeln auch auf Gesetzesebene verankert wird.

(Vgl. Fairtrade Deutschland, Weltladen Dachverband)

Fairness - Das Fairtrade Jahresmotto 2025

Die meisten wissen was Fairness ist und dass sich Fairtrade dafür einsetzt. Das Jahresmotto „Fairness“ hat Signalwirkung - Fairness wird gerade jetzt mehr denn je gebraucht!

Zur Förderung des fairen Handels hat Fairtrade Deutschland e.V. die unterschiedlichsten Aufgaben. Eine davon ist es zivilgesellschaftliches Engagement zu aktivieren. Hierfür organisiert Fairtrade verschiedene Kampagnen und Aktionen zum Mitmachen.

Das Engagement von uns allen hilft, Fairtrade und „Fairness“ voranzubringen, die Bekanntheit und das Bewusstsein für Fairtrade zu erhöhen und nachhaltige Veränderungen zu fördern.

Noch keine guten Vorsätze für 2025? Hier einige Ideen:

Fair shoppen statt mehr shoppen

Aktiv werden und sich an Fairtrade-Aktionen oder -Kampagnen beteiligen

Fast Fashion die kalte Schulter zeigen

Co² sparen für mehr Klimafairness

Politisch werden und vor der Wahl schauen, welche der demokratischen Parteien die Förderung des fairen Handels in ihr Wahlprogramm aufgenommen haben

Für den Februar hat die Fairtrade-Stadt Kraichtal eine Mitmach-Idee für alle:

Die Fairbruary Challenge von Fairtrade Deutschland

Einen Monat lang fair einkaufen und entdecken, wie kleine Änderungen in unserem Einkaufsverhalten Großes bewirken können. Besonders bei kleinen Familienbetrieben im Globalen Süden, die über ein Drittel unserer weltweiten Nahrungsmittel produzieren.  Bei steigende Rohstoffpreisen, Inflation und Klimakrise werden die Sicherheitsnetze durch Mindestpreis und Prämie immer bedeutender.

Infos zur Challenge auf fairbruary.com

Übrigens: In der Fairtrade-Town Kraichtal gibt es viele Möglichkeiten fair gehandelte Lebensmittel einzukaufen. Im Sortiment von Lidl, Netto, Rewe und Rossmann findet man Fairtrade gesiegelte Produkte. Bei der Bäckerei Pfeiffer gibt es Kaffee und Schokolade vom Fair-Handels-Unternehmen GEPA. Wer noch eins oben draufsetzen will und nicht lange suchen möchte, findet im Weltladen Kraichtal vielerlei Produkte von Fair-Handels-Unternehmen. Diese richten ihre Firmenpolitik ganzheitlich auf den Fairen Handel aus und verkaufen ausschließlich fair gehandelte Produkte, die nach den Prinzipien des Fairen Handels hergestellt wurden. 

(Vgl. Fairtrade Deutschland)

Let’s go on

Die Steuerungsgruppe

Das neue Jahr hat begonnen und die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal ist bereits im Januar wieder bei der Arbeit. Nun fragt sich so mancher bestimmt wer die Mitglieder dieser Gruppe sind, was sie steuert oder auch welche Ziele sie hat.

Die Steuerungsgruppe in Kraichtal besteht aus Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, Gemeinderatsmitgliedern, Wirtschaftstreibenden, Vertreterinnen des Weltladens, Mitgliedern verschiedener Vereine und weiteren Personen der Kraichtaler Zivilgesellschaft. Inzwischen sind es fast zwanzig Mitglieder, die in regelmäßigen Sitzungen im Rathaus tagen und per E-Mail im Austausch stehen. Immer wieder melden sich auch Gäste an, um Ideen in die Gruppe einzubringen oder um sich einen Überblick zu verschaffen.

Gesteuert werden die Vernetzung mit anderen Akteur:innen, der Informationsaustausch, insbesondere mit den fast dreißig Fairtrade-Towns-Partnern sowie die gemeinsame Projektplanung und Projektumsetzung. Die Steuerungsgruppe steht allen Engagierten und am Fairen Handel Interessierten in Kraichtal offen.

Die Steuerungsgruppe eint das Engagement für ihre Ziele und das Interesse, den Fairen Handel in Kraichtal zu stärken. Sie möchte vor Ort ein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines gerechten Welthandels schaffen und so viele Akteure wie möglich zum Engagement für den Fairen Handel inspirieren. So soll ein Beitrag zu einer lokal und global nachhaltigen Entwicklung geleistet werden. Der Faire Handel ist dabei das Instrument der Wahl. Aber auch für Querschnittsthemen ist die Steuerungsgruppe offen. Der Gedanke eines fairen Miteinanders kann auch auf andere Politikfelder, wie der öffentlichen Beschaffung, der Integration von Migrant:innen, dem Klimaschutz oder der Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen übertragen werden.

Auch in 2025 möchte die Steuerungsgruppe die Fairtrade-Stadt Kraichtal weiterentwickeln. Kraichtal soll als Stadt des Fairen Handels sichtbar und im Alltag erlebbar sein, sowohl für Besucher:innen als auch für die Bürger:innen der Stadt und viele neue Multiplikator:innen hinzugewinnen. Let´s see!

Nächster Termin: 17. März 2025, um 17 Uhr Rathaus Zimmer 107

Rückblick

Fairtrade Deutschland hat die Kampagne Fairtrade-Towns 2009 ins Leben gerufen. Inzwischen leben über 50 Millionen Menschen in Deutschland in einer Fairtrade-Town und setzen sich für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bäuerinnen und Bauern im Globalen Süden ein.

Durch lokales Engagement zu globaler Fairness, ein Gedanke mit viel Potential, denn das zivilgesellschaftliche Engagement für Fairtrade mit einer Rekordzahl an Fairtrade-Towns und –Schools war noch nie so hoch wie im letzten Jahr.

Viele Kommunen sind auf dem Weg, ihren Einkauf sozial verantwortlich und nachhaltig zu gestalten, um einen Beitrag zu globaler Gerechtigkeit zu leisten.

Die 684. Fairtrade-Stadt Kraichtal ist in 2024 wieder gewachsen. Mit fast dreißig Partnerschaften darunter Einzelhandel, Gastronomie, Kindergärten, Kirchen, Schulen und Vereine bekommt die Fairtrade-Town immer mehr Multiplikator:innen. Kommune, Steuerungsgruppe und Partner können gemeinsam viel bewegen.

Im Jahr 2024 war das Engagement der Partner ganz unterschiedlich. Es wurde Bildungsarbeit geleistet, Informationen bereitgestellt und fair gehandelte Produkte verfügbar gemacht.

Auch das Engagement der Steuerungsgruppe war sehr vielseitig: Referate im Gemeinderat und im CVJM Eventcafé, Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt, der interaktive Spaziergang Walk and Talk, die Teilnahme am Schlosscafé und Fair Acts auf dem Regionalmarkt 

Das satzungsgemäße Engagement von Fairtrade Deutschland konnte auch in 2023 größtenteils selbstfinanziert durchgeführt werden.

Im Inland waren Kampagnen und Aktionen sowie Marktförderung die Arbeitsschwerpunkte. Die Kampagne Fairtrade-Schools wurde von Engagement Global finanziell gefördert, die Faire Woche vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Miserior und Brot für die Welt kofinanziert.

Im Ausland wurden mehrere Projekte vom BMZ und der GIZ finanziell unterstützt. Hierbei ging es um Beschwerdemechanismen, Sicherheit in Textilfabriken, Ernährungssicherheit, Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Digitalisierung in Kooperativen, Entwaldungsmonotoring und Umstellung auf biologischen Anbau.

Das Resümee der Fairtrade-Stadt Kraichtal „Global, lokal, auf jeden Fall gemeinsam!“

Vgl. Fairtrade Deutschland

Wie entsteht eine Handelspartnerschaft?

Nachgefragt beim Fair-Handels-Unternehmen El Puente

Leonie Wilken von der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung erläutert wie folgt das Entstehen einer neuen Handelspartnerschaft:

"Der Erstkontakt wird oft durch E-Mail-Anfragen in Gang gesetzt oder durch Zuschriften von Personen, die auf mögliche Handelspartnerschaften aufmerksam machen möchten. Die El Puente GmbH aktiviert ihr Netzwerk und recherchiert, wenn Handelspartnerschaften enden, um Ersatz für das entsprechende Produkt zu finden. El Puente besucht potentielle Handelspartner dann im Herkunftsland."  

„Bei Angeboten, die wir von außen bekommen, schauen wir, ob die Arbeit des potentiellen Handelspartners inhaltlich auf Fairen Handel ausgerichtet ist. Eine Zertifizierung ist hier kein Muss. Wir schauen außerdem, ob die Produkte für unser Sortiment interessant sind und wir keinen Handelspartner haben, von dem wir bereits diese oder ähnliche Produkte beziehen. Denn wir setzen auf langfristige Handelspartnerschaften, in denen wir auch darauf achten, nicht durch mehr Handelspartnerschaften für das gleiche Produkt, die Umsätze eines bestehenden Handelspartners zu verkleinern. Zudem achten wir darauf, ob bei den Handelspartnern ausreichend Kenntnisse vorhanden sind, um Produkte nach EU-Bestimmungen zu produzieren und zum anderen auch rechtskonform zu exportieren. Wir können zwar in einzelnen Fällen Unterstützung leisten, aber wir können diese wichtigen Punkte der Qualitätssicherung und des Exports nur begrenzt auffangen. Gerne vermitteln wir bei fehlenden Kenntnissen, wo möglich, an andere Fair-Handels-Organisationen innerhalb des entsprechenden Landes, die eine noch regionalspezifischere Beratung machen können, als uns das möglich ist.“

„Kommen wir auf dieser Basis mit einem neuen Handelspartner ins Gespräch, tauschen wir uns sehr ausführlich und sehr individuell über Themen des Produkts, der Qualität, der Konditionen, des Exports und des Fairen Handels aus, gerne auch mit einem zeitnahen Besuch. Dabei sind vor allem unsere Einkäufer:innen und unsere Qualitätsmanagerin gefragt. Auf dieser Basis entsteht dann eine neue langfristige Handelspartnerschaft.“

Bericht aus den Partnerschaften

Weltladen Kraichtal - DU und ich – wir FAIRändern die Welt

DOPPELTE FREUDE mit nachhaltigen, praktischen und fair gehandelten Weihnachtsgeschenken vom Fairtrade-Stadt Partner Weltladen Kraichtal verschenken! Weihnachtsgeschenke aus dem Weltladen sind nicht nur eine Freude für die Liebsten, sondern auch für die Erzeugenden. Der Faire Handel ermöglicht den Produzierenden ein planbares Leben durch stabile gerechte Löhne und Preise.  

Der Weltladen Kraichtal ist in der Heilbronner Str. 25 in Menzingen zu finden. Öffnungszeiten: Dienstag von 16 Uhr – 18 Uhr, Mittwoch von 10 Uhr – 12 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 10 Uhr – 12 Uhr. Winterpause vom 21.12.2024 – 14.01.2025

Am 3. Advent, 15.12.2024 ist der Weltladen Kraichtal mit einem Verkaufsstand nach dem Gottesdienst in der katholischen St. Anna Kirche in Menzingen präsent.

Das Team des Weltladens freut sich über alle Besucherinnen und Besucher.

Wie lernen Fair-Handels-Unternehmen ihre Handelspartner kennen?

Nachgefragt bei der Contigo Fairtrade GmbH in Göttingen, Gründungsjahr 1994

Bei Contigo hat uns die Geschäftsführerin Greta Herbst ausführlich geschildert, wie unterschiedlich man dort Handelspartner kennenlernt.

Durch die digitale Vernetzung unserer Welt erhält Contigo täglich Anfragen über Social Media. Contigo wird von potentiellen Partnerbetrieben gesucht und gefunden und erhält Katalogzusendungen. Allerdings möchte Contigo die Menschen hinter den Produkten lieber persönlich kennenlernen. Das passiert entweder auf Messen in Deutschland oder auf Reisen in Übersee. Dort trifft das Contigo-Team die Produzierenden, geht mit ihnen in den Austausch und hat die Möglichkeit, den jeweiligen Betrieb vor Ort zu besuchen.

Deutschlandweit gibt es über zwanzig CONTIGO Fairtrade Shops. So kommt es auch häufig vor, dass potentielle Handelspartner direkt in den Shops anfragen, ob Interesse an ihren Produkten besteht. So entstand auch die Handelspartnerschaft mit Papital aus dem Iran. Ein junger Iraner entdeckte während seines Studiums in Göttingen den CONTIGO Shop und machte diesen sofort als perfekten Ort für die Vermarktung des orientalischen Fliesenschmucks aus seiner Heimat aus. Als Teil des Künstlerkollektivs Papital Gallery, fand er somit Contigo als neuen Kunden für die Kunsthandwerkenden in Teheran. Für die aufgebaute Handelspartnerschaft fungiert er seither als Schnittstelle zwischen Contigo und Papital.

Nachgelesen bei der GEPA mbH in Wuppertal, Gründungsjahr 1975

Bei der GEPA dem Fair Trade-Pionier konnten wir nachlesen, dass dort früher selbst aktiv nach Handelspartnern in Asien, Afrika oder Lateinamerika gesucht werden musste. Heute bekommt die GEPA viele direkte Anfragen von Produzentengruppen. Die digitalen Medien haben auch bei der GEPA dazu stark beigetragen. Auch bekommt die GEPA Hinweise auf potentielle Handelspartner von Entwicklungsfachkräften oder manchmal sogar von engagierten Urlaubern. (Vgl. Gepa)

Steuerungsgruppe zu Gast im CVJM - Lebenshaus

Am vergangenen Mittwoch war die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal eingeladen im Rahmen des Event-Cafés über den Fairen Handel zu berichten.

Vorab gab es Kaffee und Kuchen. Das war ein ganz besonderes Vergnügen, kulinarisch und zwischenmenschlich. Das Team des Event Cafés geht so herzlich auf die Besuchenden dieser Mittwochs-Institution im CVJM-Lebenshaus zu. Es ist leicht sich dort zu entspannen, den Alltag zu unterbrechen und sich wohlzufühlen. Kaffee aus Fairem Handel und selbstgebackene Torten und Kuchen offenbarten große Backkunst und Liebe zum Detail.

Einige Mittwoche im Jahr, gibt es eine weitere Inspiration für die Besuchenden nach dem Kaffeetrinken und Kuchenessen. Wer möchte kann noch bleiben und einem musikalischen Beitrag, einer Geschichte, einem Reise- oder Sachbericht lauschen und Tipps zu verschiedenen Themen erhalten.

An diesem Mittwoch waren es vier Vertreterinnen der Steuerungsgruppe, die von Christl Hegenbart aus dem Team des Event Cafés sehr wertschätzend begrüßt und auch vorgestellt wurden.

Deren Präsentation wurde mit einer kleinen Szene eingeleitet, die aufzeigte, wie man mit seiner Konsumentscheidung etwas Positives bewirken kann. Danach stellte Viola Thomas die Kampagne Fairtrade-Towns und die Fairtrade-Stadt Kraichtal vor. Gabriele Fuchs erläuterte die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen und wie Fairtrade zu ihrer Erfüllung beiträgt. Ulrike Schneid berichtete über die Geschichte der Weltläden und stellte den Weltladen Kraichtal vor. Margot Bindschädel erzählte eine kleine Anekdote über Kaffee und referierte über Kaffee aus Fairem Handel. Es wurden zwei Kurzfilme zur Erläuterung des Fairen Handels auch am Beispiel einer Kaffeebäuerin gezeigt.

Verabschiedet wurden die Vertreterinnen der Steuerungsgruppe von Sabine Ebinger aus dem Team des Event Cafés, die noch jeder ein selbstgemachtes Knuspermüsli aus der Lebenshaus-Truhe überreichte. Vielen Dank dafür!

Die Vertreterinnen der Steuerungsgruppe wünschen sich, dass es allen gefallen hat und dass diejenigen, denen der Faire Handel noch unbekannt war mit der Präsentation inspiriert werden konnten.

Was ist eigentlich ein Fair-Handels-Unternehmen?

Einige davon blicken auf jahrzehntelange Erfahrungen zurück und gehören zu den Pionieren im Fairen Handel.

Fair-Handels-Unternehmen engagieren sich, um die Vision eines fairen Handels zu verwirklichen. Neben dem Einsatz für eine grundsätzliche Veränderung der Regeln des Welthandels, leisten sie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Mit politischen Kampagnen und Bildungsangeboten verbessern Fair-Handels-Unternehmen die Bedingungen für die Produzierenden und sensibilisieren die Konsumierenden in ihrem Kaufverhalten.

Sie richten ihre Firmenpolitik ganzheitlich auf den Fairen Handel aus und verkaufen ausschließlich fair gehandelte Produkte, die nach den Prinzipien des Fairen Handels hergestellt wurden. Mensch und Umwelt stehen dabei vor dem Profit.

Fair-Handels-Unternehmen pflegen meist direkte und langfristige partnerschaftliche Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Faire Preise bieten den Produzierenden eine Perspektive im oft ausbeuterischen Welthandel. Zwischenhandel wird vermieden und Vereinbarungen über die Abnahmemengen und die Vorfinanzierung der Ernte geben den Kooperativen Planungssicherheit. Handelspartner werden oft individuell im Herkunftsland beraten z.B. bei der Umstellung auf Biolandwirtschaft oder der Verbesserung der Produktqualität. Sie helfen Entwicklungshemmnisse zu beseitigen und Marktzugänge zu erhalten. Darüber hinaus sorgen sie dafür, dass Produkte häufiger vor Ort weiterverarbeitet werden, damit mehr Wertschöpfung im Ursprungsland verbleibt.

Fair-Handels-Unternehmen arbeiten transparent. Die anerkannten Monitoring-Systeme des Fairen Handels überprüfen das gesamte Unternehmen auf die Einhaltung der Fair-Handels-Kriterien, nicht nur einzelne Produkte. Unternehmen, die einen solchen Monitoring-Prozess durchlaufen haben, werden daher Fair-Handels-Unternehmen genannt. Damit ein Fair-Handels-Unternehmen anerkannt werden kann, muss es entweder Mitglied in der World Fair Trade Organization oder in den Lieferantenkatalog des Weltladen-Dachverband aufgenommen sein.

Zu den beiden größten Fair-Handels-Unternehmen in Deutschland zählen GEPA und WeltPartner.

(Vgl. Forum Fairer Handel)

Erneute Rezertifizierung – TOP in der Gemeinderatssitzung

Die Stadt Kraichtal erfüllt weiterhin alle Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne und trägt für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Stadt. Die Auszeichnung wurde erstmalig im Jahr 2020 verliehen, in 2022 rezertifiziert und nun in 2024 für weitere zwei Jahre bestätigt.

Viola Thomas, kommunale Sprecherin der Steuerungsgruppe, wurde eingeladen im Gemeinderat über das Bestreben der Kampagne Fairtrade-Towns zu sprechen. In ihrem Vortrag betonte sie die Bedeutung der Kampagne für die Schaffung von mehr Bewusstsein für einen gerechten Welthandel und die Möglichkeit jedes einzelnen dazu beizutragen. Sie erläuterte, welchen Impact die Bundesregierung dem Fairen Handel auf die Erfüllung der 17 Nachhaltigkeitsziele zuschreibt und wie eng verknüpft Klimaschutz und Fairer Handel sind. Die Rezertifizierung ist das Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Kraichtal. Von der Verwaltung wünscht sich die Steuerungsgruppe, dass der wirksame Hebel der enormen Einkaufmacht der öffentlichen Hand genutzt wird. Von Seiten des Bürgermeisters und den Fraktionen wurde die Wichtigkeit der Kampagne und ihrer Vorbildfunktion betont und man bedankte sich für den Vortrag und das Engagement der Steuerungsgruppe. Diese koordiniert mit Bildungsveranstaltungen, Schulungen, Vorträgen, Fairtrade Aktionskampagnen sowie Pressearbeit, weiterhin den fairen Handel vor Ort und vernetzt alle Beteiligten.

Die fast 30 Fairtrade-Stadt-Partnerschaften tragen mit Ihrem Engagement in Kindergärten, Kirche, Schule, Verein oder als Gaststätten und Geschäfte dazu bei, die Vision des Fairen Handels in der Gesellschaft zu verwurzeln und sind die wichtigste Größe für das Wachstum der Fairtrade-Town. Ein Treffen anlässlich der Rezertifizierung mit allen Fairtrade-Stadt-Partnern ist auf Januar anberaumt. Es soll unterstreichen, wie wichtig die Vernetzung in die Tiefe der Stadt hinein ist, um gemeinsam mit einer breiten Unterstützung der Kraichtaler BürgerInnen und der Kommune die Stadtgemeinschaft auf ihrem nachhaltigen Weg voranzubringen. Weitere Infos unter www.fairtrade-towns.de

Termin: Am 06.11. berichtet die Steuerungsgruppe im Rahmen des CVJM Event Café über den Fairen Handel.

Bericht aus den Partnerschaften - Kaffeeverkostung im Weltladen - Kaffee geröstet und verpackt im Ursprungsland

Das Weltladenteam lud am ersten Samstag im Oktober zu einer Kaffeeverkostung ein und unterstützte damit die Aktionskampagne „Tag des Kaffees“ von Fairtrade Deutschland.

Verkostet wurde der fair gehandelte Bio Café FEDECOCAGUA, ein kräftiger Kaffee mit wenig Säure und Anklängen von Schokolade aus Guatemala.

Das Besondere: Er wurde im Ursprungsland geröstet und verpackt. Im Vergleich zu kommerziellem Kaffee bleibt dabei dreimal so viel Geld im Ursprungsland. Kaffee wird sonst zu 95 % als Rohware gehandelt und der größte Teil des Mehrwerts durch Verarbeitung und Rösten im globalen Norden geschaffen.

Einen möglichst hohen Anteil der Wertschöpfung im Ursprungsland zu erwirtschaften, ist das Ziel des Fairen Handels, denn so profitieren die Produzierenden dort am meisten. Weitere Arbeitsplätze werden geschaffen und bei der Weiterverarbeitung und dem Vertrieb der Produkte werden neue Fähigkeiten erlernt.

Noch vor Jahren entsprach Ursprungskaffee nicht dem europäischen Geschmack. Zu grob gemahlen und zu dunkel geröstet musste er wieder ausgelistet werden. Doch die Fair-Handels-Importeure unterstützten ihre Handelspartner bei der Produktentwicklung und nun schmecken Ursprungskaffees auch hier in Deutschland.

(Vgl. Deutscher Kaffeeverband, Gepa, Weltladen Dachverband)

Berichte aus den Partnerschaften - Die Fairtrade-Stadt Kraichtal wächst weiter!

Teil 4
Die FzG Münzesheim e. V.

Die Freizeitgestaltung Münzesheim wurde 1946 in der Nachkriegszeit im Gasthaus Adler gegründet. Heute trägt der Verein den Zusatz F.V. im Logo, um darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Fußballverein handelt, was anfänglich anders angedacht war. Die Vision der Gründer, die Dorfgemeinschaft zu stärken hat sich dennoch erfüllt. Es sind viele Mitglieder, denen die FzG einen Anlaufpunkt zum Auspowern und trainieren für Wettkämpfe bietet.

Damals standen die Gründungsmitglieder vor großen Herausforderungen, denn die Gründung musste von der damaligen Militärregierung genehmigt werden. Es fehlten Trikots, Schuhe und ein Platz zum Spielen, von einem Vereinsheim gar nicht zu reden. Trikots und Hosen stammten aus Restbeständen des Reichsarbeitsdienstes oder wurden aus alten Mehlsäcken genäht, gespielt wurde auf Privatwiesen der Teigfabrik Mann und mit dem Bau eines Vereinsheims konnte erst in den 60er Jahren begonnen werden und zusammen mit den Außenanlagen in den 90er Jahren in Eigenleistung umgebaut und saniert werden. Für den Verein und die Gemeinschaft spielt das Vereinsheim eine wichtige Rolle als Treffpunkt für Mitglieder und Fans. Hier werden die sportlichen Erfolge gefeiert, Vereinsversammlungen abgehalten sowie Sportfestlichkeiten begangen.

Sportliche Aktivitäten, gemeinsam verbrachte Freizeit und ehrenamtliches Engagement gehen seit jeher Hand in Hand bei der FzG. Seit 1946 wird das soziale Leben der Stadt von der FzG mitgestaltet und so war es naheliegend dem Verein eine Fairtrade-Towns-Partnerschaft anzutragen. Die Vorstandschaft hat eine Partnerschaft bestätigt und möchte in Zukunft Kaffee, Zucker und weitere Produkte aus Fairem Handel bei Vorstandssitzungen, Mannschaftsund Trainersitzungen und bei Sportfesten verwenden und im Verein über den Fairen Handel informieren. Die FzG nimmt hier eine wichtige Vorbildfunktion besonders für die
Vereinsjugend ein.

Die Fairtrade-Stadt Kraichtal dankt der Vorstandschaft und den Mitgliedern für dieses wichtige Signal. Jeder Verein, der die Fairtrade-Town unterstützt hilft dabei eine nachhaltige und faire Gesellschaft zu kreieren.

Berichte aus den Partnerschaften - Die Fairtrade-Stadt Kraichtal wächst weiter!

Teil 3
Der FSV Bahnbrücken e. V.

Der FSV wurde 1990 als Freizeit- und Sportverein im Café Winter gegründet.

Die ersten sportlichen Aktivitäten des Vereins fanden in den umliegenden Stadtteilen und in der alten Kelter in Bahnbrücken statt. Im Jahre 2003 bezog der FSV sein erstes Vereinsheim mit Gymnastik- und Veranstaltungsräumen, welches mit vielen Stunden erbrachter Eigenleistung realisiert werden konnte. Zeitgleich eröffnete die Vereinsgaststätte FSV-Treff in der die Vereinsmitglieder die Gemeinschaft pflegen. 2010 wurde die neue Mehrzweckhalle eingeweiht, in der zwölf Abteilungen den unterschiedlichen sportlichen Interessen gerecht werden. Neben verschiedenen Gymnastikangeboten für Kinder und Erwachsene, kann man dort Fußball, Volleyball, Badminton und Tischtennis oder andere gewählte Sportarten betreiben. Auf dem Außengelände wurden in Eigenregie ein Fußballplatz, ein Beachvolleyballfeld und Boulefelder erstellt. Auch organisiert der Verein Freizeitaktivitäten wie Wandern, Nordic Walking, Skiausflüge und Museums- und Theaterbesuche sowie Sportfeste und Jahresfeiern mit kulturellen Beiträgen. Neben dem Sport gehörte die kulturelle Ausrichtung von Beginn an zum Selbstverständnis des Vereins. Durch den sehr großen Einsatz für das Entstehen und die Weiterentwicklung des FSV wurden Tradition und Gemeinschaft geschaffen.

Die Fairtrade-Stadt Kraichtal bedankt sich bei der Vorstandsriege für so viel Offenheit bei den Gesprächen zur Partnerschaft sowie bei den 360 Mitgliedern, die den Entschluss ein Fairtrade-Partnerverein zu werden tragen. Bei Veranstaltungen kann man nun beim FSV fair gehandelten Kaffee und Zucker genießen und Informationen zum Thema erhalten. Auch hat der Verein vor in der Presse über Aktivitäten zum Fairen Handel zu berichten. Als Partner der Fairtrade-Stadt Kraichtal wird der FSV ein Teil einer engagierten Gemeinschaft, die ähnliche Werte teilt, nämlich soziale, wirtschaftliche und ökonomische Verbesserungen in marginalisierten Regionen zu erreichen. Globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, das passt zur starken Gemeinschaft des FSV.

Berichte aus den Partnerschaften - Die Fairtrade-Stadt Kraichtal wächst weiter!

Teil 2
Das Lernatelier, die freie Grundschule in Kraichtal-Oberöwisheim

Das Lernatelier versteht sich als alternatives Bildungsangebot, welches neben all den anderen Angeboten steht. Es möchte Eltern und Kindern die Möglichkeit bieten, zu entscheiden welches Konzept zu ihrer Persönlichkeit und ihren Wünschen passt. Das Lernatelier stellt explizit kein Gegenentwurf zum bestehenden Schulsystem dar. Im Lernatelier arbeiten Lehrkräfte, Lernbegleitung und Eltern eng zusammen und unterstreichen so die gemeinsame Verantwortung und den gemeinsamen Auftrag in einer sich verändernden Gesellschaft, die nach neuen Formen des Lernens sucht.

Eine nachhaltige Entwicklung und deren Bedeutung für Mensch und Umwelt auch beim Lehren und Lernen mit einzubeziehen und bei jeder Entscheidung und Handlung mitzudenken, stellt sich die Schule als Aufgabe. Das Lernatelier möchte auch im Schulalltag nachhaltig leben. Die Schule steht unter der Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins „Lernatelier – Verein für selbstbestimmtes naturnahes Lernen e. V.“ und wurde von einer Elterninitiative gegründet.

Auch der Verein benennt als eine seiner Aufgaben eine emotionale und wertschätzende Beziehung zur Natur zu erhalten, sowie einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Lebensstil zu entwickeln und zu stärken. Kürzlich wurde im Lernatelier z. B. ein Bananenprojekt umgesetzt. Hierbei wurden der Handel und die Anbaubedingungen betrachtet. Anschließend gab es eine Bananenverkostung und einen Bananenkuchen nach afrikanischem Rezept.

Bei diesem Einsatz für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) lag es nahe, dem Lernatelier eine Fairtrade-Towns-Partnerschaft anzutragen. Durch den Fairen Handel, der die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziales) umfasst, können diese im Unterricht praxisbezogen vermittelt werden.

Der Weg zur Fairtrade-Stadt-Partnerschaft war für Schule und Verein nicht mehr weit und nach vielen interessanten Gesprächen und Schulhausführungen am Tag der offenen Tür, übergaben Vertreterinnen der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Town das Fairtrade-Stadt-Partnerschild mit großem Dank an die Vertreterinnen und Vertreter der freien Schule.

Berichte aus den Partnerschaften - Die Fairtrade-Stadt Kraichtal wächst weiter!

In den kommenden Wochen berichtet die Fairtrade-Town über die neuen Partnerschaften mit dem evangelischen Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Kraichtal-Oberöwisheim, dem Lernatelier der freien Grundschule in Kraichtal-Oberöwisheim, dem Sportverein FSV Bahnbrücken e.V. und dem Fußballverein FzG Münzesheim e.V.

Teil 1

Der evangelische Kindergarten „Unterm Regenbogen“

Die Namen der Krippengruppe und den drei Kindergartengruppen versprechen Himmlisches. Die Sternchengruppe für die Kleinsten und die Sonnenscheingruppe mit einem Bauplatz, die Regentropfengruppe mit einem Atelier und die Wolkengruppe mit der Spielwelt, für die ab Dreijährigen. Es klingt nach Anregung und Abwechslung, was die Kindergartenleitung Andrea Kammerer und das KIGA-Team für die Kinder bereithält.

Nun ist der Kindergarten „Unterm Regenbogen“ Partner der Fairtrade-Stadt-Kraichtal. Leitung und Team haben sich dazu entschlossen im KIGA, beim Kirchkaffee und auf Kindergartenfesten nur noch Kaffee und Zucker aus fairem Handel zu genießen.

Die Kinder sollen spielerisch und altersgerecht an das Thema herangeführt werden. Die Beschäftigung mit dem Fairen Handel kann dazu beitragen globale Zusammenhänge besser zu verstehen. Freude an Gerechtigkeit haben Kinder naturgemäß und darum geht es beim Fairen Handel auch.

Die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal wünscht viel Freude und gutes Gelingen bei der Umsetzung im KIGA!

Gemeinsam engagiert in der Fairtrade-Stadt Kraichtal

Die Steuerungsgruppe und ihre Partner waren wieder auf dem Regionalmarkt in Menzingen vertreten. Den Besuchenden wurden Aktionen im Rahmen der Fairen Woche angeboten. „Fair. Und kein Grad mehr! #fairhandeln für Klimagerechtigkeit weltweit" lautete das Motto.

Der Weltladen bot ein breites Angebot an fairen Waren zum Verkauf und ein Upcycling-Basteln bei dem zahlreiche Kinder u. a. tolle Geldbörsen aus Tetra Paks und Anstecker aus Kronkorken kreierten.

Am angegliederten Stand des depot 25 wurde das Faire Glücksrad gedreht. Die Steuerungsgruppe bot das Messen des eigenen Ökologischen Fußabdrucks an.

Das analoge Berechnungsmodell der ökologischen Fußabdrücke vom DEAB basiert auf der Analyse des durchschnittlichen Ausstoßes von CO2, in den vier Hauptbereichen Energie, Ernährung, Mobilität und Konsum, für die eine Person verantwortlich ist. Der tatsächliche Ökologische Fußabdruck ist sehr komplex.

Die Teilnehmenden beantworteten Fragen zu ihrem Alltag in diesen Bereichen. Die daraus resultierende Punktezahl gab an, wie viele Erden notwendig wären, wenn alle Menschen denselben Lebensstil hätten. Der Verbrauch wird in Landfläche umgewandelt. Die Erde hat eine Landfläche von 51 Mrd. Hektar, davon sind ca. 13 Mrd. Hektar nutzbar. Verteilt auf ca. 8 Mrd. Menschen ergibt das für jeden Menschen eine Fläche von ca. 1,6 globalen Hektar im Durchschnitt.

In Deutschland brauchen die Menschen fast 3 Erden, weitaus mehr Fläche als ihnen zusteht. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 1,7 Erden. Nur weil ärmere Länder einen weitaus kleineren Fußabdruck haben ist die Erde noch nicht kollabiert. Da aber auch diese Länder sich entwickeln wollen ist es existenziell, Lebensstile vorzuleben, die den Fortbestand der Erde gewährleisten.

Jeder Mensch hinterlässt mit seinem individuellen Lebensstil Spuren auf der Erde. Die Ökologischen Fußabdrücke nehmen die Verantwortung eines jeden Einzelnen in den Blick. Tägliche Entscheidungen und Verhaltensmuster haben im negativen wie im positiven Sinne enorme Auswirkungen. Die Steuerungsgruppe teilte das Klimasparbüchle der Nachhaltigkeitsstrategie BW aus, welches Möglichkeiten zum CO2-Sparen aufzeigt, um den eigenen Ökologischen Handabdruck zu vergrößern.

Faire Woche - Gemeinsam engagiert in der Fairtrade-Stadt Kraichtal

Seit mehr als 20 Jahren lädt die Faire Woche jeden September alle Menschen in Deutschland dazu ein, Veranstaltungen zum Fairen Handel in ihrer Region zu besuchen oder selbst zu organisieren. Mit jährlich rund 2.000 Aktionen ist sie bundesweit die größte Aktionswoche des Fairen Handels. Das Motto der Fairen Woche lautet nun schon das zweite Jahr in Folge „Fair. Und kein Grad mehr!"

Angesichts der Klimakrise ist es von entscheidender Bedeutung, dass jeder seinen Handlungsspielraum erkennt und nutzt. Gemeinsames Handeln ist angesagt, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Daher beteiligt sich die Fairtrade-Stadt Kraichtal auch in diesem Jahr an der Fairen Woche.

Am 15. September, zwischen 12 Uhr und 16 Uhr ist die Steuerungsgruppe gemeinsam mit Partnern der Fairtrade- Town mit folgenden Aktionen auf dem Regionalmarkt in Menzingen vertreten:

  • Sei kreativ beim Upcycling-Basteln!
    Weltladen Kraichtal
  • Fair gewinnt - Das Glücksrad darf gedreht werden
    Kraichtal hilft e. V.
  • Wie groß ist mein "Ökologischer Fußabdruck?"
    Finde es heraus und miss deinen CO2 -Verbrauch!
    Steuerungsgruppe
  • Infostand
    Steuerungsgruppe

Gemeinsamer Kinoabend – ANDERS ESSEN

Die Steuerungsgruppe nimmt die Einladung des Weltladens Bruchsal zu einem gemeinsamen Kinoabend ins Cineplex Kino Bruchsal am Donnerstag, 12. September um 19 Uhr gerne an.

Zum Start der Fairen Woche 2024 können wir dort den Film „Anders Essen“ anschauen. Wie viel Wasser wird verbraucht, um 1 Liter Milch oder Orangensaft herzustellen? Wie viel Land wird verbraucht, um 1 Laib Brot zu produzieren? Und wie werden die Menschen bezahlt, die z. B. in der Lieferkette für Orangensaft arbeiten?

In einem Experiment begleiteten die FilmemacherInnen Kurt Langbein und Andrea Ernst europäische Familien, die sehen wollten, wo ihr Essen entsteht. Es wurde ein Feld von 4.400 qm Größe angelegt (ca. so groß wie ein kleineres Fußballfeld), das eine Durchschnittsperson in Europa für ihre Ernährung benötigt. Doch: Zwei Drittel davon liegen im Ausland und werden unter erschwerten Bedingungen bewirtschaftet.

Werden die Familien mit diesem Hintergrundwissen beim Lebensmitteleinkauf und Kochen etwas ändern? Dies zeigt der Dokumentarfilm und liefert nebenbei spannende Einblicke in die globale Lebensmittelindustrie. Außerdem werden Menschen vorgestellt, die neue Wege suchen, um klimagerecht Nahrung zu erzeugen.

Interessierte Bürger sind herzlich zu dem gemeinsamen Kinoabend eingeladen.

Die Kosten des Eintrittes übernimmt die Steuerungsgruppe. Melden Sie sich unter v.thomas@kraichtal.de oder 07250 7748 an, solange das Kontingent noch ausreicht!

Treffen der Steuerungsgruppe
Das nächste Treffen der Steuerungsgruppe findet am Montag, 9. September um 16 Uhr im Rathaus Münzesheim, Zi. 107 statt. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen. Wir freuen uns immer über Verstärkung, um das Thema Fairer Handel weiter voranzubringen.

Regiofairer Genuss im Schloss-Café

Bei der Bewirtung des Schloss-Cafés in Gochsheim am 11. August gab es viele helfende Hände.
Das Team der Steuerungsgruppe dankt ganz herzlich allen für die Unterstützung beim Kuchenbacken und bei vielen weiteren Dingen, die zu erledigen waren. Es war ein angenehmes und strukturiertes Zusammenarbeiten der Gruppe.
Die 25 Kuchen sahen in der Theke aus wie kleine Kunstwerke. Auch den Gästen ein herzliches Dankeschön, denn sie sind trotz großer Hitze nicht ausgeblieben und so haben rund 100 Besuchende außen und innen im Schloss-Café Platz genommen und den Fairtrade-Kaffee und Kuchen genossen.
Ein besonderes Highlight war der Eiskaffee, der eine Stunde vor Schluss bereits ausverkauft war.
Das Vanilleeis vom Eis-Café D’Alesandro in Unteröwisheim, hergestellt mit Bauernhofmilch vom Biohof am Seeberg in Gochsheim und der Kaffee fair gehandelt, war eine wohlschmeckende und wohltuende Kombination, nicht nur für die Genießenden sondern auch für die Produzierenden.
Auch hatten die Gäste Gelegenheit in den vorhandenen Informationsmaterialien zu stöbern oder sich beim Team der Steuerungsgruppe über deren Engagement und über den Fairen Handel zu informieren. Wer an diesem Tag keine Gelegenheit hatte sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen an der nächsten Sitzung der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal, am Montag, 9. September 2024, um 16 Uhr im Rathaus Zi. 107 teilzunehmen.

Bewirtung Schloss- Café Sonntag, 11. August 2024

Die ehrenamtlichen Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Kraichtal laden am Sonntag, 11. August ab 13.30 Uhr, ins Schloss-Café nach Gochsheim ein. Kommen Sie vorbei und genießen das schöne Ambiente der Schlossterrasse bei Kaffee, Eiskaffee und leckerem selbstgebackenem Kuchen und informieren sich nebenbei noch über Fairen Handel, Klimagerechtigkeit und die Arbeit der Steuerungsgruppe Fairtrade-Stadt Kraichtal. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Plakat Schloss-Café Fair Trade Stadt Kraichtal (PDF-Dokument, 2,42 MB, 17.07.2024)

Die Fairtrade-Siegel Teil 3

Das Siegel-Wirrwarr zu entwirren, kann tatsächlich eine Herausforderung sein.
Es gibt jedoch einige Plattformen wie:

Teil 3
Spezielle Fairtrade-Produkt-Siegel s. Abb. 1 + 2

Das Fairtrade-Produkt-Siegel für Baumwolle steht für fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle, die über alle Produktionsschritte direkt rückverfolgbar ist und getrennt von Nicht-Fairtrade-Baumwolle weiterverarbeitet wird. Das Fairtrade-Produkt-Siegel für Gold stellt sicher, dass das Gold fair abgebaut und gehandelt wurde und in allen Produktionsschritten direkt rückverfolgbar ist. Die Kennzeichnung erfolgt mittels Stempel-Prägung auf dem Schmuckstück.

Kosmetikprodukte mit Fairtrade-Inhaltsstoffen werden mit dem Fairtrade-Produkt-Siegel in Kombination mit dem Zusatz „contains Fairtrade ingredient“ (dt: enthält Fairtrade-Bestandteil) gekennzeichnet. Alle Inhaltsstoffe, die als Fairtrade-Rohstoffe verfügbar sind, müssen Fairtrade-zertifiziert sein.

Das Fairtrade-Produkt-Siegel für Textilproduktion kennzeichnet Produkte, bei denen die gesamte Textillieferkette nach dem Fairtrade-Textilstandard zertifiziert ist.

Um die gute Wirkung von Fairtrade auf den Stecklingsfarmen zu erhöhen, soll der Verkauf von Pflanzen mit Fairtrade-Siegel gesteigert werden. So das Ziel welches, Fairtrade Deutschland gemeinsam mit toom Baumarkt in einem Pilotprojekt verfolgt. Fairtrade-Prämieneinnahmen der Arbeiter:innen im Süden sollen erhöht und Kosten im Norden verringert werden. Im Projekt werden bei Einhaltung der Fairtrade-Grundsätze im Globalen Süden, Prozesse vereinfacht. Gärtnereien im globalen Norden müssen dabei nicht Fairtrade-zertifiziert sein und es kann dort zu einer Vermischung mit konventionellen Pflanzen kommen. Es ist sichergestellt, dass nur die Menge an Pflanzen mit Fairtrade-Siegel verkauft wird, die auch unter entsprechenden Bedingungen eingekauft wurde.
(Vgl. Fairtrade Deutschland)

Teil 1 Fairtrade-Produkt-Siegel und Teil 2 Fairtrade-Rohstoff-Siegel siehe "Aktuelles" auf unserer Homepage.

Das Fairtrade-Siegel Teil 2

Fairtrade kennzeichnet Waren, die aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden mit dem Fairtrade-Siegel. Neben dem klassischen Produktsiegel gibt es seit 2014 das sogenannte Rohstoffsiegel. Es bietet noch mehr Möglichkeiten fair zu handeln und soll den Absatz der entsprechenden Rohstoffe in den Anbauländern erhöhen.
Teil 2

Fairtrade-Rohstoff-Siegel s. Abb.
Das Fairtrade-Rohstoff-Siegel wird für fair gehandelte Zutaten in einem zusammengesetzten Produkt vergeben und beziehen sich auf eine einzelne fair angebaute und gehandelte Zutat. Das Fairtrade Rohstoff-Siegel umfasst alle Rohstoffe, für die es Fairtrade-Standards gibt, mit Ausnahme von Bananen.
Sofern eine Zutat mit Mengenausgleich eingesetzt wird, ist diese Zutat mit einem Pfeil gekennzeichnet. Der Pfeil verweist auf weitere Informationen über Zutaten des Produkts, bei denen ein Mengenausgleich stattgefunden hat. Möglich ist das bei Kakao, Zucker, Fruchtsaft und Tee.
Nur die im Siegel angegebene Zutat im Mischprodukt ist Fairtrade-zertifiziert – beispielsweise wurde die für einen Schokoriegel benötigte Menge Kakao oder Zucker unter Fairtrade-Bedingungen eingekauft. An den Fairtrade-Standards in den Anbauländern ändert sich nichts - die Kooperativen erhalten stabile Mindestpreise und Prämien. Die Kontrollen werden von FLOCERT durchgeführt.
Laut Global-Scan Studie aus 2023 kennen 92 % der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher das Fairtrade-Siegel – ein neuer Rekord. Doch nicht nur die Bekanntheit des Siegels ist gestiegen – es wird auch häufiger zu Fairtrade-Produkten gegriffen. (Vgl. Fairtrade Deutschland)

Teil 1 Fairtrade-Produkt-Siegel

Teil 3 Spezielle Fairtrade-Produkt-Siegel in der nächsten Ausgabe

Die Fairtrade-Siegel Teil 1

Das Fairtrade-Siegel wurde in 2002 als einheitliches Siegel eingeführt. Siegelinhaber und Standardsetzer für das Fairtrade-Siegel ist der 1997 gegründete internationale Dachverband Fairtrade International. In Deutschland wird das Siegel seit 1992 von Fairtrade Deutschland vergeben.
Alle in Teil 1-3 aufgeführten Siegel ermöglichen Produzierenden als auch Beschäftigte auf Plantagen im Globalen Süden stabilere Preise, langfristige Handelsbeziehungen sowie eine zusätzliche Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Die Standards enthalten darüber hinaus Kriterien zu demokratischen Organisationsstrukturen, Umweltschutz und sicheren Arbeitsbedingungen. Die Zertifizierung erfolgt durch die unabhängige Gesellschaft FLOCERT.

Teil 1
Fairtrade-Produkt-Siegel s. Abb. 1 Dieses Siegel steht für fair angebaute und gehandelte Produkte, bei denen alle Zutaten zu 100 % unter Fairtrade- Bedingungen gehandelt sind. Beispiele dafür sind Kaffee oder Bananen.

Fairtrade-Produkt-Siegel für Mischprodukte und Produkte mit Mengenausgleich s. Abb. 2 Handelt es sich bei dem Produkt um ein Mischprodukt (Bsp. Kekse, Schokolade) dann ist das Fairtrade-Produkt-Siegel zusätzlich mit einem Pfeil gekennzeichnet, der auf weiterführende Informationen auf der Rückseite verweist. Bei Mischprodukten mit diesem Siegel müssen alle Zutaten, die unter Fairtrade-Bedingungen erhältlich sind, Fairtradezertifiziert sein.
Produkte, die mit Mengenausgleich hergestellt wurden, sind auch mit dem Pfeil neben dem Siegel gekennzeichnet. Bei Kakao, Zucker, Fruchtsaft und Tee ist die vorgesehene physische Rückverfolgbarkeit insbesondere aus logistischen Gründen nicht überall möglich. Damit Fairtrade- Produzentenorganisationen dennoch am fairen Handel teilnehmen können, dürfen hier bei der Verarbeitung konventionelle und fair produzierte Rohstoffe vermischt werden. Am Ende muss beim jeweiligen Unternehmen die eingekaufte Menge an Fairtrade-Rohstoffen mit der gekennzeichneten Ware übereinstimmen. (Vgl. Fairtrade Deutschland)

Teil 2 Fairtrade-Rohstoff-Siegel in der nächsten Ausgabe

Warum Zucker aus Fairem Handel kaufen? Zucker wird doch auch in Deutschland hergestellt!

Heimischer und regionaler Zucker kann den Bedarf in Deutschland decken. Zucker ist ein vielseitiges Produkt, das weltweit in großen Mengen produziert wird. 80 % des produzierten Zuckers werden gewerblich weiterverarbeitet, 20 % werden direkt als Zucker an die Verbraucher verkauft. Während in Deutschland und Europa der Zucker hauptsächlich aus Zuckerrüben gewonnen wird, stammt der größte Teil des weltweit produzierten Zuckers aus Zuckerrohr. Doch warum sollte man sich für Zucker aus Fairem Handel entscheiden, wenn es auch regionalen Zucker gibt? Hier sind einige Gründe:
Unterstützung von Kleinbauernfamilien: Durch den Kauf von Zuckerprodukten aus Fairem Handel unterstützt man direkt die Kleinbauernfamilien, die auf den Verkauf in Europa angewiesen sind. Dies trägt zur Armutsbekämpfung in den Anbauländern bei.
Höhere Qualität: Vollrohrzucker (oft aus Fairem Handel) ist qualitativ hochwertiger als Rübenzucker. Er enthält alle im Zuckerrohr enthaltenen Mineralien wie Eisen, Magnesium, Calcium und Phosphor sowie B-Vitamine.
Weniger Pestizide: Zucker aus Fairem Handel ist deutlich weniger mit Pestiziden belastet als konventioneller Zucker. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Böden und die Biodiversität. Fairtrade-Zucker ist oft mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet.
Ökobilanz: Die Ökobilanz von Zucker aus Fairem Handel wird unterschiedlich bewertet. Lange Transportwege sollen den Vorteil des geringeren Pestizideinsatzes ausgleichen. Es ist jedoch schwer, ein objektives Urteil zu fällen.
Mengenausgleich: Der Mengenausgleich ermöglicht es den Produzierenden am System Fairtrade teilzunehmen. Zucker aus fairem Anbau darf mit konventionellem Zuckerrohr vermischt und verarbeitet werden. Die verkaufte Menge entspricht jedoch der verarbeiteten Menge.
Verfügbarkeit: Zucker aus Fairem Handel gibt es in Weltläden, oft als Rohrohrzucker oder Vollrohrzucker (Mascobado), aber auch in Bio-Läden und sogar in Discountern.
Die Fairtrade-Towns-Partner der Stadt Kraichtal tragen dazu bei, den Absatz von fair gehandeltem Zucker zu erhöhen. Ethischer Konsum hat für sie einen wachsenden Stellenwert. (Vgl. Fairtrade Deutschland)

Der Fairen Schokolade auf der Spur

Vergangenen Freitag traf sich eine Gruppe von 25 Personen in Münzesheim, um bei herrlichem Wetter am interaktiven Spaziergang „Walk & Talk“ zum Thema Faire Schokolade teilzunehmen. Die Steuerungsgruppe Fairtrade-Towns hatte hierfür eine Bildungsreferentin von Oikocredit eingeladen, die einigen Teilnehmenden bereits aus dem letzten Jahr bekannt war, als der Faire Kaffee Thema war. Die Genossenschaft Oikocredit ist Wegbereiterin nachhaltiger Geldanlagen und Entwicklungsfinanzierungen im Globalen Süden. Die Teilnehmenden bekamen viel Input und hatten auch Gelegenheit ihr Wissen zum Thema einzubringen. Wer hätte schon gedacht, dass die erste Tafelschokolade in England hergestellt wurde, dass Criollo, eine Luxusschokolade, in Südamerika hergestellt wird oder der Kakaobaum von den Maya in Plantagen angebaut und die fermentierten Früchte später als Zahlungsmittel und zur Zubereitung eines Getränkes genutzt wurden, welches die Europäer nach Spanien brachten und es sich so in Europa ausbreitete!? Konsumiert wird Schokolade hauptsächlich in Europa und Nordamerika, wobei Deutschland mit über 9 kg pro Kopf im Jahr ganz vorne dabei ist. Angebaut wird die Kakaopflanze zu 90 % von kleinbäuerlichen Betrieben, am Kakaogürtel Afrika, Mittel- Südamerika und Asien, wobei Westafrika mit der Elfenbeinküste und Ghana ca. 70 % der Weltproduktion stellt. Eine wichtige Einkommensquelle mit großen Herausforderungen. Thematisiert wurden: Einkommen an der Armutsgrenze, Kinderarbeit und das Harkin Engel-Protokoll, schlechte Arbeitsbedingungen, Entwaldung, Ernteausfälle, schwankende Börsenpreise, Termingeschäfte, Machtkonzentrationen durch Kakaokonzerne und Schokoladenindustrie wie Callebaut, Cargill, Olam, Mondelēz und Nestlé. Stabile Mindestpreise, Prämien, starke Partnerschaften, langfristigen Verträge, Schulungen zu Klimaanpassungsmaßnahmen und Verbot von Kinderarbeit ist die Antwort des Fairen Handels zur Zukunftsfähigkeit des Kakaoanbaus. VerbraucherInnen sollten Schokolade aus fairem Handel konsumieren. Diverse Schokoladensorten und kalte Getränke konnten bei einer gemütlichen Abschlussrunde im ev. Pfarrgarten genossen werden. Hierfür großen Dank an unseren Partner Ev. Kirchengemeinde Münzesheim.

Der Fairen Schokolade auf der Spur

Kakao – wie und wo wird er angebaut? Wie sieht die Wertschöpfungskette bei Kakao aus? Vor welchen Herausforderungen stehen die Kleinbauernfamilien die für uns den Kakao anbauen? Klimakrise und Börsenkurse erschweren den Familien die ohnehin schon schwierige wirtschaftliche Lage zusätzlich. Warum müssen noch immer Kinder im Kakaoanbau schuften anstatt zur Schule zu gehen? Was können wir als Konsumenten zur Verbesserung der Lage der Kleinbauern beitragen? Welche Rolle spielen Siegel und der Faire Handel? Diese Fragen versuchen wir im Rahmen eines interaktiven Spaziergangs durch unsere schöne Kraichtaler Landschaft zu beantworten. Wir machen an verschiedenen Stationen Halt, um den Ausführungen einer Referentin der Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit e. V. Stuttgart zu folgen. Eine kleine Schokoladenverkostung sowie eine kleine Stärkung runden die Tour ab und bieten Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Wir freuen uns auf Ihr Interesse und Ihre Teilnahme am Spaziergang. Freitag, 7. Juni, um 16:00 Uhr, Stadtbahnhaltestelle Münzesheim. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Eine Anmeldung per Mail oder Telefon Telefonnummer: 07250 77-48 ist erwünscht.

Anstoß bei Kraichtaler Fußballvereinen

Fünf Verabredungen hatte das Team der Steuerungsgruppe auf den Fußballplätzen und in den Sporthallen Kraichtals. Von Vorstandsriege und Spielern der Vereine wurden die Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe zur Übergabe eines Fairtrade-Fußballes willkommen geheißen. Der Fußball, handgefertigt vom Turngerätehersteller Benz aus Baden-Württemberg. Der Ball wurde für Benz in Pakistan zu 100 % unter Fairtrade-Bedingungen gefertigt. Vom Rohstoff bis zum Endprodukt wurden die Fairtrade-Standards eingehalten. Durch Fairtrade erhalten Näherinnen und Näher bessere Arbeitsbedingungen für ihre mühevolle Handarbeit, ausbeuterische Kinderarbeit ist ebenso wie gefährliche Pestizide verboten. Umweltschonender Anbau und transparente Handelsbeziehungen werden gefördert. Das wollen alle, da gibt es Einigkeit. Die Termine der Antrittsbesuche waren ganz bewusst um den 24. April herum gewählt, das Datum an dem sich im Jahr 2013 der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza ereignete und mehr als tausend Menschenleben forderte. Seither erinnert die Fashion Revolution Week jährlich weltweit daran, dass sich in der Textilindustrie etwas ändern muss. Fairtrade Deutschland beteiligte sich mit der Aktionskampagne Fairtrade? Fairplay! „Faire Fanartikel jetzt!". Die Steuerungsgruppe unterstützte die Fashion Revolution mit dem Austausch bei den Fußballvereinen. Das erschien uns im Jahr der Europameisterschaften ganz passend. Die Gespräche mit den Vorständlern und Spielern aus Bahnbrücken, Gochsheim, Landshausen, Menzingen
und Münzesheim über eine zukünftige Fairtrade-Stadt-Partnerschaft waren durchweg positiv und einige der Gesprächspartner kennen den Fairen Handel bereits aus ihrem Alltag. Ein Fairtrade-Towns-Partnerverein bietet auf Vereinsveranstaltungen mindestens zwei fair gehandelte Produkte wie Kaffee und Tee oder Zucker an. Über diese Produktumstellung kann auch mit der Vereinsjugend geredet werden. Mit dem Einsatz für globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit nutzt der Verein seine Vorbildfunktion bei der Jugend. Die Steuerungsgruppe bedankt sich bei Kraichtal hilft für die Finanzierung der Fairtradebälle und bei den Vereinen für Ihr Interesse. Die Fairtrade-Stadt Kraichtal wartet auf den Anpfiff!

Faire Lieferketten im Profifußball

Die Profivereine 1. FC Union Berlin, Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, SV Werder Bremen, VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund und FC St. Pauli haben die Produktion ihrer Fankollektionen ganz oder teilweise auf Fairtrade- und GOTS zertifizierte Baumwolle umgestellt. Die Produkte sind die ersten weltweit, die aus einer nach dem Fairtrade Textilstandard zertifizierten Lieferkette stammen. Die textile Lieferkette ist lang und komplex, entsprechend viele Menschen sind an der Produktion beteiligt. Kleidung zählt zu den Importprodukten mit dem größten Risiko für Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsarbeit, schlechte Bezahlung, und mangelnde Sicherheitsstandards. Hier macht Fairtrade den Unterschied und setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz vom Baumwollfeld bis in die Nähfabriken für bessere Arbeitsbedingungen und Umweltstandards.[1]

Die faire Lieferkette von Fanartikeln der Vereine:

  • Baumwollanbau: Rapar and Dhrangadhra farmers producer, Indien Mindestabnahmepreis, Prämie je Kilo Baumwolle für Bildungs- und Entwicklungsprojekte
  • Entkörnung: Patel Cotton Industries, Indien Trennen bzw. Säubern der Rohbaumwolle von Pflanzenbestandteilen
  • Spinnerei: Omax Cotspin Pvt Ltd, Indien Baumwollballen zu wird zu Garn versponnen
  • Strickerei / Weberei: NSP Tex, Indien Herstellung einer textilen Fläche auf großen Strickmaschinen
  • Färben: Mercury Process, Indien Ausschließlich Verwendung von GOTS-zertifizierten Chemikalien, die unbedenklich für Mensch und Umwelt sind, Abwasseraufbereitungsanlage
  • Druckerei / Veredelung: Sags Prints, Indien Ausschließlich Einsatz von GOTS-zertifizierten Chemikalien
  • Konfektion: Sags Apparels, Indien Stoffzuschnitt/Konfektionierung, erste Green Factory Indiens
  • Distributor: Brands Fashion GmbH, Deutschland Import- und Handelsunternehmen für Arbeitskleidung, Merchandise und Promotion-Artikel GOTS-zertifiziert/Fairtrade-zertifizierte Kollektionen Brand [2]

Alle an der Lieferkette Beteiligten sind Fairtrade-Standard, Bioanbaustandard oder Global Organic Textil Standard zertifiziert.
[1] Fairtrade Deutschland
[2] Tracycle

„Vom Feld in den Fanshop“ – Neun Profi-Fußballvereine sind dabei!

Im Rahmen der Initiative „Vom Feld in den Fanshop“ setzen neun Profivereine auf Fanartikel mit dem FairtradeBaumwollsiegel. Unterstützt werden über drei Jahre hinweg Fairtrade-zertifizierte Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Indien bei der Umstellung auf Bio-Anbau. Die angebaute Baumwolle fließt in die Produktion von MerchandiseArtikeln für Vereine der ersten und zweiten Bundesliga. Ins Leben gerufen wurde die Initiative vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit dem Textilunternehmen Brands Fashion. Neben dem 1. FC Union Berlin, Arminia Bielefeld, Eintracht Frankfurt, dem Hamburger SV, SV Werder Bremen, VfB Stuttgart und VfL Wolfsburg haben sich auch Borussia Dortmund und FC St. Pauli der Allianz angeschlossen. Mit der schwierigen Umstellung von konventioneller zu Bio-Baumwolle kehren die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu Praktiken zurück, die in der indischen Landwirtschaft jahrhundertelang angewendet wurden. Die während der dreijährigen Umstellung von konventioneller auf biologische Landwirtschaft angebaute Baumwolle nennt sich Cotton in Conversion (CiC). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt vor Ort mit Schulungen in nachhaltigem Anbau und dem Zugang zu verbessertem Saatgut. Das Fairtrade-Produzentennetzwerk NAPP hilft bei den Kooperativen in sozialen Fragen.[1] Bei ihrem Besuch in der Projektregion in Indien hat sich die Initiative neben der Abnahme von Baumwolle für die Produktion von Merchandise-Artikeln, auch zur Förderung von rund 1.000 Kindern und Jugendlichen durch Sporttrainings verpflichtet.[2] Der deutsche Profifußball als weltweite Marke trägt eine besondere gesellschaftliche Verantwortung und faire Fanbekleidung sollte dessen Standard werden, da vor allem Frauen und Kinder Opfer von Ausbeutung in Textilunternehmen sind.[3]

[1] Zur Homepage Fair Trade Deutschland
[2] Zur Homepage Bundesliga wirkt
[3] Zur Homepage bmz

Bericht aus den Partnerschaften Fashion Revolution im depot 25

Der Fairtrade-Town-Partnerverein Kraichtal hilft e. V. unterstützte vom 24. bis zum 26. April sowohl die Fashion Revolution als auch die Kampagne von Fairtrade Deutschland Fair Play? Fairtrade! „Faire Fanartikel jetzt!“ mit einer ganz besonderen Aktion. An den drei Tagen konnten die Besucherinnen und Besucher des depot 25 einen Fairtrade-Fußball gewinnen. Wer sich für die Kampagne von Fairtrade Deutschland interessierte oder sogar mitmachte, durfte an der Verlosung teilnehmen. Die Glücksfee Sophia hat das Los gezogen und nicht nur die Gewinnerin durfte sich freuen, sondern auch das Team des depot 25 über das Interesse und die rege Teilnahme.
Die Fashion Revolution Week ist eine jährliche weltweite Veranstaltung zur Erinnerung an die Rana Plaza- Katastrophe am 24. April 2013, bei der über 1.100 Menschen in einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben kamen. Diese Tragödie war ein Weckruf für die Modeindustrie und führte zur Gründung der Fashion Revolution-Bewegung, die die Missstände der globalen Textilindustrie aufzeigen und eine Veränderung bewirken möchte.
Fairtrade Deutschland beteiligte sich mit der Aktionskampagne Fair Play? Fairtrade! Diese Kampagne forderte „Faire Fanartikel jetzt!“ und konnte ganz einfach per E-Mail unterstützt werden. Vereinen, die unfair spielen, sollte die rote Karte gezeigt werden.
Der Fairtrade-Town-Partnerverein wird mit seiner Initiative depot 25 die Fashion Revolution auch im nächsten Jahr wieder mit einer eigenen Aktion unterstützen und würde sich über weitere Aktionen während der Fashion Revolution in der Fairtrade-Town freuen.

Faire Lieferketten endlich keine Ausnahme mehr!?

Fünf Jahre lang hat das Bündnis Initiative Lieferkettengesetz dafür gekämpft, dass Unternehmen keine Profite mehr auf Kosten von Mensch und Umwelt machen. Die Verabschiedung des deutschen Lieferkettengesetzes 2021 war ein erster Zwischenerfolg. Mit der Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten im Ausschuss der Ständigen Vertreter für die Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit am 15.03.2024 gibt es
zukünftig in ganz Europa verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen.
Konkret bedeutet das: Große Unternehmen müssen künftig prüfen, ob es in ihren Lieferketten Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden gibt. Wenn sie solche Risiken identifizieren, müssen sie diese priorisieren und Gegenmaßnahmen ergreifen. Eine weitere, ganz wichtige Neuerung: Betroffene von Menschenrechtsverletzungen, die in den Lieferketten europäischer Unternehmen um Gerechtigkeit kämpfen, erhalten endlich einen besseren Zugang zu Recht. Durch die Haftungsregelung, die im EU-Lieferkettengesetz enthalten ist, haben sie künftig die Möglichkeit, Schadensersatz von Unternehmen einzuklagen – wenn Unternehmen den Schaden hätten verhindern können, aber nicht aktiv geworden sind. Dies ist eine entscheidende Neuerung gegenüber dem deutschen Gesetz.[1]
Fairtrade International bewertet positiv, dass das Ergebnis Gewissheit schafft und Erwartungen und Anforderungen an Unternehmen festlegt. Darüber hinaus vermeidet die Richtlinie das potenzielle Chaos eines Flickenteppichs nationaler Sorgfaltspflichtgesetze und schafft einen gemeinsamen Rechtsrahmen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Neben dem existenzsichernden Lohn wird auch das existenzsichernde Einkommen als Menschenrecht im Anhang der Europäischen Lieferkettenrichtlinie anerkannt.[2]
Fair-Handels-Unternehmen zeigen seit Jahrzehnten, dass es möglich ist, soziale und ökologische Verantwortung entlang globaler Lieferketten zu übernehmen. Es soll kein Wettbewerbsvorteil sein, Menschenrechte und Umweltstandards zu missachten.[3]
[1] Vgl. Initiative Lieferkettengesetz
[2] Vgl. Fairtrade Deutschland
[3] Vgl. Weltladen-Dachverband

FLOCERT - Schon einmal gehört?

Fairtrade ist ein bekannter Begriff und ein erfolgreiches, weltweit anerkanntes System, das seit Jahrzehnten ethische Praktiken in der gesamten Lieferkette verbessert.
Doch was ist Flocert?
FLOCERT ist einer der weltweit führenden Anbieter von Sozialaudits und Zertifizierungen und ist in rund 120 Ländern auf vier Kontinenten mit rund 150 Experten, 120 Auditoren sowie 6.000 Kundinnen und Kunden vertreten. Dies ermöglicht globale Reichweite sowie lokale Präsenz. Mit der Hilfe von Flocert gestalten Produzierende, Händlerinnen und Händler sowie Marken weltweit faire Lieferketten.
Das Herzstück von Flocert ist die Zertifizierung von Fairtrade und die Überprüfung der Einhaltung von Fairtrade- Standards. Daneben bietet Flocert auch allen, die sich für Nachhaltigkeit und mehr Fairness im globalen Handel einsetzen, mit vielfältigen Dienstleistungen Unterstützung. Der Weg von Flocert begann 2002 mit einer kleinen Gruppe von Innovatoren und einer Vision. Es sollte ein strenges Zertifizierungssystem für Fairtrade International entwickelt werden, bei dem Integrität, Qualität und Glaubwürdigkeit die oberste Priorität haben.Flocert wurde 2003 als Tochtergesellschaft von Fairtrade International in Bonn gegründet, um Fairtrade unabhängig zu zertifizieren. Flocert überprüft vor Ort mit Audits, von unabhängigen Auditoren, ob die Produzierenden und Händler die Fairtrade-Standards einhalten und die sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards erfüllen sowie die Auszahlung des festgelegten Mindestpreises und die Fairtrade-Prämie an diese. Flocert veröffentlicht regelmäßig Transparenzberichte und gibt so Einblicke in die Arbeitsweise von Fairtrade. Flocert hat Beschwerdeverfahren eingerichtet, welches bei Verdacht auf Verstöße gegen die Fairtrade-Standards genutzt werden kann. Flocert unterzieht sich regelmäßigen Überprüfungen durch externe Experten, um sicherzustellen, dass alle Aufgaben gemäß den höchsten Standards erfüllt werden. Flocert arbeitet ständig daran, Prozesse zu verbessern und auf dem neuesten Stand zu halten, und trägt so entscheidend zur Glaubwürdigkeit von Fairtrade bei.
Vgl. www.flocert.net, www.fairtrade-deutschland.de

Der Fairen Schokolade auf der Spur

Kakao – wie und wo wird er angebaut? Wie sieht die Wertschöpfungskette bei Kakao aus? Vor welchen Herausforderungen stehen die Kleinbauernfamilien die für uns den Kakao anbauen? Klimakrise und Börsenkurse erschweren den Familien die ohnehin schon schwierige wirtschaftliche Lage zusätzlich. Warum müssen noch immer Kinder im Kakaoanbau schuften anstatt zur Schule zu gehen? Was können wir als Konsumenten zur Verbesserung der Lage der Kleinbauern beitragen? Welche Rolle spielen Siegel und der Faire Handel? Diese Fragen versuchen wir im Rahmen eines interaktiven Spaziergangs durch unsere schöne Kraichtaler Landschaft zu beantworten. Wir machen an verschiedenen Stationen Halt, um den Ausführungen einer Referentin der Entwicklungsgenossenschaft Oikokredit e. V. Stuttgart zu folgen. Eine kleine Schokoladenverkostung sowie eine kleine Stärkung runden die Tour ab und bieten Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Wir freuen uns auf Ihr Interesse und Ihre Teilnahme am Spaziergang. Freitag, 7. Juni, 16:00 Uhr, Stadtbahnhaltestelle Münzesheim. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Eine Anmeldung per Mail oder Telefonnummer: Tel. 07250 77-48 ist erwünscht, eine spontane Teilnahme jedoch auch möglich.

Warum brauchen Fairtrade-Produzierende den Mengen- ausgleich?

Mengenausgleich eine entwicklungspolitische Notwendigkeit!
Bei Produkten mit Mengenausgleich wird der Fairtrade-Rohstoff mit konventionellen Rohstoff en gemischt. Dies ist z. B. bei Kakao, Zucker, Fruchtsaft und Tee der Fall. Hier ist derzeit im Gegensatz zu allen anderen Fairtrade-Produkten eine physische Rückverfolgbarkeit nicht vorgeschrieben, sondern nur empfohlen. Die Rückverfolgbarkeit der Menge erfolgt in diesen Fällen über eine detaillierte Dokumentation entlang der gesamten Lieferkette, die von der unabhängigen Zertifi zierungsorganisation Flocert GmbH überprüft wird. Fairtrade arbeitet jedoch daran die Voraussetzungen zu schaff en, damit dies auch für Kakao, Rohrzucker, Saft und Tee möglich wird. Hierfür muss v. a. die Absatzmenge gesteigert werden. Momentan braucht es diese Ausnahmeregelung noch für manche Produzentenorganisationen, damit es für sie nicht zum Marktausschluss kommt. Viele Fairtrade-Bauern produzieren nur kleine Mengen, sind aber beim Absatz auf große Herstellerbetriebe angewiesen, die große Mengen brauchen. Eine separate Verarbeitung von Fairtrade-Rohstoff en und Nicht-Fairtrade-Rohstoff en würde zu hohe Kosten verursachen. Daher landet das fair gehandelte Rohprodukt bei der Weiterverarbeitung am Ende gemeinsam mit dem konventionellen Rohprodukt in der Verpackung. Der Mengenausgleich wird gestattet, damit die Produzentenorganisationen trotzdem am Fairtrade-System teilnehmen können und ist daher eine entwicklungspolitische Notwendigkeit. Das Endprodukt muss auf der Verpackung mit „Mengenausgleich“ gekennzeichnet sein und ein Fairtrade-
Siegel mit Pfeil muss auf den Mengenausgleich hinweisen. Die eingekaufte Menge des jeweiligen Unternehmens an Fairtrade-Rohstoff en muss mit der gekennzeichneten Ware übereinstimmen.
(Vgl. www.fairtrade-deutschland.de)

Fair gehandelte Produkte in Weltläden und Discountern

Fair gehandelte Produkte gibt es in Weltläden schon seit Anfang der 1970er Jahre, in den Supermärkten hielten sie in den 1990er Jahren Einzug. Um möglichst viele Menschen zu erreichen sind breite Vertriebswege vonnöten. Supermärkte und Discounter dabei zu ignorieren, wäre eine verpasste Chance des Fairen Handels gewesen. Die erweiterten Absatzmärkte dienen letztendlich den Produzierenden im Globalen Süden. Die Fairtrade-Standards bleiben immer gleich. Für Discounter gibt es keine niederschwelligeren Standards. Mindestpreis und Prämie sind für jeden Käufer gleich – unabhängig vom Endverkaufspreis. Und natürlich werden auch hier die Einhaltung der Regeln zur Siegelnutzung überwacht. Die Preise können im Discounter tatsächlich günstiger sein als im Weltladen, da dort größere Mengen eingekauft werden, was zu niedrigeren Einkaufspreisen führt. Vertriebskosten können über bestehende Vertriebskanäle effi zienter verteilt werden und es kann mit Ausgleichskalkulationen gearbeitet werden, d. h. die Gewinne müssen nicht mit den fair gehandelten Produkten im Sortiment erzielt werden. In Weltläden werden nur fair gehandelte Produkte von anerkannten Lieferanten angeboten. Anerkannte Lieferanten der Weltläden sind Unternehmen, die nach den Fair-Handels-Kriterien der Konvention der Weltläden handeln, nicht nur einzelne gesiegelte Produkte, sondern ausschließlich fair gehandelte Produkte im Sortiment haben und auch Öff entlichkeitsarbeit für den Fairen Handel machen. Die Mitarbeitenden von Weltläden können umfassend über die Fairhandelsbewegung und das Sortiment informieren und bei Kaufentscheidungen helfen. Durch den Kauf von Produkten aus Weltläden können Verbraucherinnen und Verbraucher einen Beitrag leisten, um die Welt gerechter und nachhaltiger zu machen, denn ein Weltladen ist nicht nur ein Geschäft, das fair gehandelte Produkte verkauft, sondern auch ein Ort des Engagements und der Bewusstseinsbildung für soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.
(Vgl. Fairtrade-Deutschland, Weltladen, Gepa, Fairtrade kaufen)

Gewusst? Entwicklung der Fairtrade-Towns

Inzwischen gibt es weltweit über 2000 Fairtrade-Towns in über 36 Ländern. Garstang in Großbritannien wurde in 2000 die erste Fairtrade-Town der Welt. 2009 erhielt als erste deutsche Stadt Saarbrücken den Titel Fairtrade-Town. In Deutschland gibt es aktuell 867 Fairtrade-Städte. Die Stadt Kraichtal ist die 684. Fairtrade-Stadt in Deutschland und wurde 2020 mit dem Titel ausgezeichnet. Neben der Stadt Kraichtal gibt es im Landkreis Karlsruhe noch folgende weitere Fairtrade-Towns: Karlsruhe seit 2010, Bruchsal seit 2017, Ettlingen seit 2019, die Gemeinde Waldbronn seit 2019. Die Gemeinden Oberderdingen und Ubstadt-Weiher befi nden sich im Bewerbungsverfahren. Die Gemeinde Bad Schönborn hat kürzlich gemeldet, die Zulassungskriterien erfüllt zu haben und darf sich demnächst auch als Fairtrade-Gemeinde bezeichnen. Die Steuerungsgruppe freut sich über diese Auszeichnung und die weitere Entwicklung des Landkreises in eine nachhaltige Richtung.

Über Fair-Handelspartner in Palästina und Israel

Nachgefragt bei WeltPartner eG - Anerkannter Lieferant des Weltladen Dachverbandes
Der schreckliche Angriff der Hamas auf Israel und der darauffolgende Einmarsch in den Gaza-Streifen bedeuten anhaltend Krieg im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen Palästina und Israel hat tiefe Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Die Handelspartner*innen von WeltPartner im Westjordanland und Israel, Sindyanna of Galilee, Canaan Palestine und Holy Land Handicraft, leiden stark unter den Auswirkungen des Krieges - auch wirtschaftlich.
Im Angesicht einer solchen Tragödie, bleibt uns nur Solidarität. Solidarität mit jenen, die sich für eine Welt ohne Krieg und Gewalt einsetzen. Die Solidarität aller Beteiligten wird in dieser Zeit des Konflikts und der Unsicherheit dringend benötigt. Der Faire Handel, der nicht nur wirtschaftliche Möglichkeiten, sondern auch Hoffnung auf Frieden und Stabilität bietet, ist in diesen schwierigen Zeiten von großer Bedeutung. Es liegt an jedem, die Notwendigkeit des Friedens und die Unterstützung der Partner*innen in Palästina und Israel weiterhin zu betonen.
Über: Sindyanna of Galilee, Israel/Pal. – Seifen
Das Team von Sindyanna besteht aus arabischen und jüdischen Frauen, die die Vision einer friedlichen Koexistenz teilen und gemeinsam daran arbeiten sie Realität werden zu lassen. Das Konzept "Business for Peace" und der Faire Handel in Israel wird aktiv gefördert.
Über: Canaan Fair Trade, Pal. – Olivenöl, getr. Tomaten u.v.m.
Die Fairhandelsorganisation Canaan Fair Trade unterstützt benachteiligte palästinensische ländliche Gemeinschaften, um deren Lebensunterhalt und Kultur aufrechterhalten zu können.
Über: Holy Land Handicraft, Pal. - Olivenholzartikel
Holy Land Handicraft wurde 1981 gegründet und ist die erste zertifizierte Fair Trade Organisation der arabischen Welt. Ziel ist es das traditionelle Handwerk zu erhalten und die lokale Armut sowie Arbeitslosigkeit zu mindern.
Vgl. WeltPartner eG, www.weltpartner.de
Fair gehandelte Produkte aus Israel und Palästina sind im Weltladen Kraichtal zu erhalten.

Demokratische Strukturen und die Bedeutung der Zivilgesellschaft beim Fairen Handel - Nächstes Treffen der Steuerungsgruppe

Der faire Handel beginnt mit Produzierenden, die in demokratischen Organisationen zusammenarbeiten. So werden stärkere Geschäftsstrukturen aufgebaut, um auf den internationalen Märkten mithalten zu können und bessere Handelsbedingungen zu erreichen. Der Fairtrade-Standard für Kleinbauernorganisationen beinhaltet die Sicherstellung einer Organisationsstruktur mit einer Generalversammlung als oberstes Entscheidungsgremium. Im Rahmen dieser Versammlung werden alle wichtigen Beschlüsse diskutiert und getroffen. Jedes Mitglied hat das gleiche Stimmrecht.
Der Vorstand wird in einer freien, fairen und transparenten Wahl bestimmt. Der Vorstand setzt sich aus Mitgliedern der Produzentennetzwerke, nationalen Fairtrade-Organisationen und unabhängigen Mitgliedern zusammen.
Die Organisationen des Fairen Handels betreiben Kampagnenarbeit und politische Überzeugungsarbeit und nehmen so Einfluss auf die staatliche Politik. Es soll erreicht werden, die Fair-Handels-Prinzipien zur Norm zu machen und so die Praktiken des konventionellen Welthandels zu verändern. Die erfolgreiche Arbeit des Fairen Handels mit Produzierenden in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik, die die Märkte in Europa, Nordamerika und dem pazifischen Raum bedienen, führt dazu, dass immer mehr Initiativen aus aller Welt, die den Handel verbessern wollen, Bezug auf den Fairen Handel nehmen.
Die Zivilgesellschaft z. B. BürgerInnen, Vereine, Verbände, Initiativen, NROs usw., als unverzichtbare Säule jeder funktionierenden Demokratie, ist von großer Bedeutung bei der Erreichung dieser Ziele. Sie kann unabhängig von staatlichen und politischen Einrichtungen agieren. Ob beim Einsatz für faire Lieferketten oder beim Treffen verantwortungsvoller Kaufentscheidungen wirkt sie kraftvoll.
(Quellen: Vgl. Fairtrade Deutschland und die Internationale Charta des Fairen Handels)

Bericht aus den Fairtrade-Towns-Partnerschaften - Weltladen Kraichtal

DU und ich – WIR FAIRändern die Welt
Am 3. Februar, starten wir wieder mit unseren verkaufsoffenen Samstagen im Jahr 2024, wie gewohnt von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr. WIR, der Weltladen in der Heilbronner Str. 25 in Menzingen.
Als Verkostung bieten wir Ihnen eine neue Kaffeespezialität, Tee, neue Gebäcksorten und verschiedene Früchte, gefriergetrocknet mit Schokoüberzug. Unser kleines aber feines Sortiment, das wir wieder um einige Artikel erweitert haben, wartet auf Sie und bietet Ihnen die eine oder andere Geschenkidee. Das Team des Weltladens freut sich über Ihren Besuch.

Öffnungszeiten des Weltladens:
Dienstag von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Mittwoch von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr.

Bericht aus den Fairtrade-Towns-Partnerschaften - Kraichtal hilft

Wie engagiert sich Kraichtal hilft e. V. für die Fairtrade-Town?

  • Als Fairtrade-Verein unterstützt der Verein die FairtradeStadt Kraichtal mit Bildungs- Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema fairer Handel und stellt eine der Sprecherinnen der Steuerungsgruppe FairtradeTowns
  • Auf den Vereinssitzungen und -veranstaltungen werden Produkte aus Fairem Handel angeboten
  • Das depot 25-Format „Kleidung im Recall – Zweite Chance statt Tonne“ zeigt bereits Kindern und Jugendlichen einen Weg auf, nachhaltig und fair zu handeln.
  • Mit dem Fairen Glücksrad auf dem jährlichen Regionalmarkt erzielt der Verein Aufmerksamkeit für den Fairen Handel in Kraichtal.
  • Mit der Unterstützung der Kampagnenarbeit von Fairtrade Deutschland e.V. z.B. Faire Woche und Change Fashion setzt der Verein ein Zeichen vor Ort für mehr Handels- und Klimagerechtigkeit
  • Satzungsgemäß hat der Verein die Möglichkeit Projekte, die einer nachhaltigen Entwicklung und dem Fairen Handel in Kraichtal dienen, zu finanzieren.
  • Auf der Website Kraichtal hilft stellt der Verein Informationen bereit, die beim nachhaltigen und fairen Handeln unterstützen und inspirieren sollen.

Im depot 25 sind Informationsbroschüren zum Thema nachhaltig und fair handeln zu erhalten

Fairtrade und Agrarökologie - Für eine Landwirtschaft mit Zukunft

Ende 2022 hat Fairtrade eine Richtlinie zu nachhaltiger Landwirtschaft und Agrarökologie eingeführt. Diese definiert, wie Fairtrade Nachhaltigkeit in sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht versteht. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sollte eine nachhaltige Landwirtschaft die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen decken, indem Ressourcen schonend und effizient genutzt werden. Gleichzeitig sollen die natürliche Umwelt und die Lebensqualität der Landwirtinnen und Landwirte erhalten und verbessert werden. Nach dieser Definition gibt es viele verschiedene Ansätze für eine nachhaltige Landwirtschaft.
Fairtrade hat viele davon analysiert. Auf Basis dieser Analyse fiel die Entscheidung auf die Agrarökologie und ihre Prinzipien, da dieser Ansatz am besten zu Fairtrade und einer in diesem Sinne nachhaltigen Landwirtschaft passt – anders als andere Ansätze umfasst Agrarökologie nämlich alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Agrarökologie ist ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Prinzipien auf die Landwirtschaft anwendet und zum Ziel hat, Ernährungssysteme zu verändern. Es handelt sich um eine wissenschaftliche Disziplin, umfasst verschiedene landwirtschaftliche Praktiken, ist eine soziale Bewegung und ist als Weg zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung anerkannt. Nach Angaben der FAO „zielt Agrarökologie darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren, Menschen und der Umwelt zu optimieren und gleichzeitig die sozialen Aspekte zu berücksichtigen, die für ein nachhaltiges und faires Ernährungssystem bedacht werden müssen.“
(Quelle: Fairtrade Deutschland)

Kampagne "Erde gut, alles gut!"

Von Kindheit an wissen wir was fair ist! Unsere Eltern haben es uns beigebracht und wir unseren Kindern, denn wir alle wünschen uns eine Welt, in der soziale und ökologische Gerechtigkeit normal sind. Eine Welt mit einer Art des Wirtschaftens, die auf Respekt und Vernunft und unseren gemeinsamen menschlichen Werten beruht. Ob im Globalen Süden oder im Globalen Norden, es ist wirtschaftlich sinnvoll und richtig fair zu handeln.
Als Fairtrade-Town möchten wir in 2024 die Fairtrade-Bewegung weiter dabei unterstützen Handel fair und nachhaltig zu gestalten.
Unter dem Jahresthema "Erde gut, alles gut" wird es 2024 wieder viele Kampagnen und Aktivitäten für mehr soziale Gerechtigkeit,
Klimafairness und Umweltschutz von Fairtrade-Deutschland geben, die wir gemeinsam voranbringen können.
Die Vision von Fairtrade ist eine Welt, in der alle Produzenten im globalen Süden ein sicheres und gutes Leben führen, ihr Potenzial ausschöpfen und über ihre Zukunft selbst entscheiden können.
Die Mission von Fairtrade ist es Produzenten und Konsumenten zu verbinden und die Menschen in den Anbauländern zu unterstützen, damit sie Armut aus eigener Kraft überwinden, ihre Stellung stärken und ihr Leben selbst bestimmen können. (Vgl. Fairtrade Deutschland)
Unterstützen auch Sie den Fairen Handel auf lokaler Ebene d. h. in Ihrer Stadt. Es gibt viel zu tun. Die Steuerungsgruppe braucht ihre Ideen und Ihre Tatkraft!

Frank Herrmann referiert an der Gemeinschaftsschule über Fast Fashion

Im Auftrag der Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Kraichtal kam am 6. Dezember der Entwicklungsexperte und Sachbuchautor Frank Herrmann in die GMS. Die 9. Klasse der Mönchswaldschule und die 10. Klasse der GMS hatten sich zusammengetan, um gemeinsam mit ihren Lehrern Herrn Mikula und Herrn Geider etwas über Fast Fashion zu erfahren. Fast Fashion d. h. schnelle Mode und bedeutet, dass viele Modeunternehmen immer schneller, immer neue und günstige Klamotten produzieren, damit wir diese Kleidungsstücke immer häufiger einkaufen können. Noch katastrophaler in Sachen Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung und Ausbeutung sind UltraFast-Fashion-Konzerne wie z. B. Shein, die aufkommende Trends in den sozialen Medien in Echtzeit kopieren, so Herrmann.
Als Einstieg in das Thema diente die bisher schlimmste Katastrophe der Textilindustrie vor zehn Jahren in Bangladesch. Beim Einsturz von Rana-Plaza starben mehr als 1000 Menschen, während sie in dem Gebäude arbeiteten. Die Schattenseiten der globalisierten Textilindustrie in ihrem ganzen Ausmaß wurden deutlich. Als direkte Folge gründete Deutschland das Bündnis für nachhaltige Textilien und führte das staatliche Textilsiegel „Grüner Knopf“ ein. Doch es sind längst nicht alle Unternehmen diesem Bündnis beigetreten.
Nun war klar in welche Richtung die Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern gehen mussten. Themen waren die menschenrechtlichen Risiken entlang der textilen Lieferketten wie z. B. Zwangsarbeit, Kinderarbeit, inakzeptable Arbeitsbedingungen, die enormen Umwelt- und Klimaschäden und vieles mehr. Auch wurde der wesentliche Unterschied zwischen Mindestlohn und Existenzlohn erörtert. Gebraucht werden ein starkes europäisches Lieferkettengesetz, sinnvolles Recycling, Reduzierung von Konsum und Einkauf minderwertiger Waren. Herrmann erläuterte, dass ein Mehr an Secondhandkäufen, Leih- oder Mietkleidung, Upcycling und Reparaturen aber auch Siegel hilfreich, aber nicht ausreichend sind.
Das Eingeständnis von Frank Herrmann, dass Erwachsene einiges falsch machen und gemacht haben und Lehrkräfte, die den Themenkreis zur Priorität machen, lassen darauf hoffen, dass bei den Schülerinnen und Schülern wichtige Impulse gesetzt wurden.

Fairtrade Stadt Kraichtal - machen Sie mit!

Müsste es nicht selbstverständlich sein, dass jegliche Art des Handels fair ist? Dass man für seine Arbeit fair bezahlt wird und davon leben kann? Die Kinder zur Schule gehen und nicht für das Überleben der Familie arbeiten müssen?
Möchten Sie sich einbringen, um den Gedanken des Fairen Handels weiter zu verbreiten und voranzubringen? Dann werden Sie Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Kraichtal und bringen Sie Ihre Ideen ein! Melden Sie sich per E-Mail oder telefonisch unter Telefonnummer: 07250 77-48.

Die Steuerungsgruppe trifft sich circa 4 mal im Jahr zur Koordination der Aktivitäten zum fairen Handel vor Ort und ist die treibende Kraft hinter dem Engagement, vernetzt die Akteurinnen und Akteure innerhalb der Kommune und fördert den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern der Kommune.